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Gericht in Budapest: Maja T. in Ungarn zu acht Jahren Haft verurteilt

Im Prozess um einen Angriff auf Rechtsextremisten in Ungarn ist die nicht-binäre Person Maja T. zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Verfahren war hochumstritten, weil T. rechtswidrig nach Ungarn ausgeliefert worden war.
Im Prozess um einen Angriff auf Rechtsextremisten in Ungarn ist die deutsche non-binäre Person Maja T. zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Budapest befand T. für schuldig, im Februar 2023 gemeinsam mit weiteren Linksextremisten Teilnehmer eines rechtsextremen Aufmarsches in Budapest angegriffen zu haben.
Das Gericht sah die Straftatbestände der versuchten lebensbedrohenden Körperverletzung sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung als erwiesen an. Die Strafe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, so der Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte 24 Jahre Gefängnis "als Abschreckung" gefordert, die Verteidigung einen Freispruch.
Nach dem Urteil gehen haben sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft in Budapest haben abgekündigt, in Berufung zu gehen. Der Vater von Maja T. sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Die Staatsanwaltschaft fordert eine noch heftigere Strafe, Maja fordert einen Freispruch."
Der Fall sorgte in Ungarn für großes Aufsehen. Der rechtspopulistische Ministerpräsident Viktor Orban und andere Regierungsmitglieder hatten mehrfach ihre Erwartung nach einer harten Bestrafung geäußert. Orban stufte außerdem die "Antifa-Gruppierung", zu der Maja T. gehören soll, als Terrororganisation ein.
Mehrere Verletzte durch Angriff
Etwa 20 deutsche und andere mutmaßliche Linksextremisten hatten zwischen dem 9. und 11. Februar 2023 an fünf Stellen der ungarischen Hauptstadt Menschen mit Teleskop-Schlagstöcken, Gummihämmern und Pfefferspray angegriffen, unter ihnen ein deutsches Paar. Von ihren Opfern nahmen die Angreifer an, dass sie am sogenannten "Tag der Ehre" teilgenommen hatten, einem jährlichen SS-Gedenken, das die Behörden in Budapest tolerieren.
Bei den Angriffen sollen neun Menschen verletzt worden sein, vier von ihnen schwer. Die Staatsanwaltschaft warf Maja T. die Beteiligung an zwei dieser Angriffe vor. T. selbst nahm im Prozess zu den Vorwürfen keine Stellung.
Unmittelbar vor der Urteilsverkündung sagte T.: "Antifaschismus ist die notwendige Selbstverteidigung demokratischer Gesellschaften. (...) Da ist kein Wunsch zu verletzen und zu töten." Isolationshaft, erniedrigende Zwangsmaßnahmen und Schlafentzug hätten sie zermürben sollen. "Auch ein Mensch braucht das Sonnenlicht." T. habe sich aber nicht zermürben lassen, so T. weiter.
Auslieferung nach Ungarn war rechtswidrig
Im Dezember 2023 war Maja T. in Berlin verhaftet und im Juni 2024 rechtswidrig nach Ungarn ausgeliefert worden - das Bundesverfassungsgericht hatte dies untersagt. Doch die Entscheidung aus Karlsruhe kam wenige Minuten zu spät.
Im Februar 2025 hatte das Bundesverfassungsgericht im Hauptsacheverfahren ausdrücklich die Auslieferung von Maja T. gerügt. Diese sei rechtswidrig gewesen, da das Kammergericht, das die Auslieferung für zulässig erklärt hatte, seiner Pflicht zur vollständigen Aufklärung des für die Überstellung erheblichen Sachverhalts nicht hinreichend gerecht geworden sei.
Grüne, Linke und SPD hatten eine Rücküberstellung von T. nach Deutschland gefordert. Grund waren insbesondere mutmaßlich schlechte Haftbedingungen für T. als nicht-binäre Person in einem Land, das nur zwei Geschlechter anerkennt. Ein zwischenzeitlicher Hungerstreik im Sommer 2025 führte zu einer Einlieferung ins Krankenhaus.
Wenige belastende Beweise
Im Verlauf des Prozesses legte die Anklagebehörde wenig Beweise auf den Tisch. Weder Zeugenaussagen noch DNA-Spuren belasteten die angeklagte Person. Die Staatsanwaltschaft argumentierte mit einer Indizienkette, die sich auf das Bildmaterial einer Sicherheitskameras in der Nähe von einem der Tatorte stützte.
Auf diesen Bildern sei Maja T. zusammen mit anderen Angreifern zu sehen, hielt die Staatsanwaltschaft fest. Die Verteidigung hielt dem entgegen, dass die Person, die T. gewesen sein soll, sichtlich keine Tatwaffe bei sich gehabt habe.
Kritik an Urteil
Der Co-Vorsitzende der Linksfraktion im Europaparlament, Martin Schirdewan, kritisierte das Urteil in Budapest scharf. "Das heutige Urteil gegen Maja T. ist Ergebnis eines politischen Schauprozesses, der niemals in Ungarn hätte stattfinden dürfen", erklärte er. Acht Jahre Haft sei "unverhältnismäßig". Er betonte: "Trotz der lückenhaften, lediglich auf Indizien bauenden Anklage, folgte der Richter der Linie der Staatsanwaltschaft und befand Maja schuldig, auch wenn das Strafmaß nicht deren geforderte drakonische Höhe hat."
Schirdewan hielt Orban vor, er habe "diesen Prozess bewusst für seinen Wahlkampf instrumentalisiert". Das Urteil füge sich "nahtlos in die autoritäre Inszenierung seiner Regierung ein, die mit Härte gegen politische Gegner:innen punkten will und dabei die Justiz missbraucht".
Für die SPD im Europaparlament erklärte René Repasi, die Orban-Regierung habe den Prozess "für politische Propaganda instrumentalisiert". Er betonte: "Wenn ein EU-Mitgliedstaat grundlegende Verfahrensrechte auf diese Weise missachtet, ist das kein nationales Problem mehr."
Engagement von Vater von T.
Der Vater von Maja T., Wolfram Jarosch, hatte das Gericht um Gerechtigkeit gebeten. "Zeigen Sie uns, dass es in Ungarn noch ein gerechtes Urteil gibt. Bitte zeigen Sie uns, dass es sich hier nicht um einen politischen Schauprozess handelt", sagte er an den Richter gewandt. Die "vorgefallenen Verletzungen" seien "nicht lebensbedrohlich" gewesen. "Maja hat keinerlei Gewalt angewendet."
Nach dem Urteil erklärte der Vater: "Leider haben sich meine Befürchtungen bestätigt. Hier wurde ein politischer Schauprozess durchgeführt." Es sei deutlich geworden, was "Autokratie" in Ungarn bedeute. "Dies ist der traurige Höhepunkt des Unrechts gegen mein Kind." Der Vater rief Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) auf, nun tätig zu werden, damit Maja T. zurück nach Deutschland komme. Ungarn hat zugesichert, dass die Freiheitsstrafe von T. auch in Deutschland vollstreckt werden könne.
Der Fall Maja T. gehört zum sogenannten Budapest-Komplex, in dem auch in Deutschland derzeit Strafverfahren laufen.
Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Schock, Trauer und Forderungen nach mehr Schutz

Der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter bei Kaiserslautern sorgt bundesweit für Trauer und Entsetzen. Am Nachmittag soll es eine Schweigeminute geben. Forderungen nach mehr Schutz für Bahnmitarbeiter werden laut.
Der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters in einem Regionalexpress bei Kaiserslautern hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der 36-Jährige war am Montag von einem Fahrgast während einer Fahrkartenkontrolle angegriffen worden und heute Morgen an seinen schweren Verletzungen gestorben. Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Evelyn Palla, sprach von einem "schwarzen Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land".
"Wir alle bei der Deutschen Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste", sagte Palla und warf die Frage auf, "warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt". Der Zugbegleiter habe "nur seinen Job gemacht" und sei "aus brutalste Weise" attackiert worden.
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder äußerte sich "entsetzt und fassungslos". In einer Mitteilung seines Ministeriums wird der CDU-Politiker mit den Worten zitiert:
Mehr Schutz für Mitarbeiter gefordert
Zudem drängte Schnieder darauf, dass mehr für den Schutz des Bahnpersonals getan werden müsse. Auch Bahnchefin Palla mahnte: "Taten wie diese müssen uns alle wachrütteln." Übergriffe auf Mitarbeiter würden zunehmen, "die Hemmschwelle für Gewalt in unserer Gesellschaft sinkt".
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt forderte, den Angreifer "mit der vollen Härte des Gesetzes für seine brutale Tat" zu bestrafen. Der CSU-Politiker pochte darauf, den "strafrechtlichen Schutz für Mitarbeiter bei Dienstleistungsunternehmen wie der Bahn" deutlich zu verschärfen. Der Strafrahmen müsse ausgeweitet und die Mindeststrafen für Angriffe deutlich erhöht werden.
Gemeinsam drückten auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ihren Schock über die Tat und ihr Mitgefühl gegenüber den Angehörigen des Zugbegleiters aus. "Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück", hieß es von den beiden SPD-Politikern. Auch sie drängten auf mehr Schutzmaßnahmen.
Schweigeminute am Nachmittag
Die Gewerkschaft EVG rief für den Nachmittag um 15 Uhr zu einer Schweigeminute auf. "Heute steht die Eisenbahnerfamilie still. Und ab morgen erhöhen wir nochmal den Druck", betonte der Gewerkschaftsvorsitzende Martin Burkert. Dieser "brutale Überfall" müsse ein Umdenken einleiten. "Wir erwarten, dass die Politik jetzt sofort Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreift. So ein Fall darf sich niemals wiederholen", forderte Burkert.
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Mario Reiß, übte nach dem tödlichen Angriff auch Kritik an der Politik. Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Übergriffe auf Zugpersonal zunehmen. "Kolleginnen und Kollegen berichten von wachsender Respektlosigkeit, Drohungen und körperlicher Gewalt“, so Reiß. Viele Situationen eskalierten schneller als früher. "Dennoch erleben wir in der politischen Debatte häufig Relativierungen, statistische Schönrechnungen oder Maßnahmen, die vor allem auf dem Papier gut aussehen", kritisierte der Gewerkschaftschef.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte mehr Sicherheitspersonal in den Zügen. "Wir erkennen seit langer Zeit die wachsende Kriminalität und Brutalität auch im Bahnbereich", sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der Rheinischen Post.
Mehr als 1.200 Fälle von Körperverletzung
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr von Januar bis Ende Oktober 2.987 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn Opfer von Straftaten. Darunter waren 1.148 Fälle von Bedrohung, 1.231 Fälle von Körperverletzung und 324 Fälle von gefährlicher Körperverletzung, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Linken-Politikers Dietmar Bartsch hervorgeht.
Einer Umfrage der EVG zufolge haben 82 Prozent der Bahnmitarbeiter bereits verbale oder körperliche Übergriffe bei der Arbeit erlebt. Die Befragung erfolgte im Februar 2024 online, knapp 4.000 Zugbegleiter, Servicekräfte im Bahnhof und Hotline-Mitarbeiter nahmen der EVG zufolge teil.
Angriff auf Bahn-Mitarbeiter in Hamburg
Erst gestern kam es in Hamburg zu einem weiteren Angriff auf einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Nach Angaben der Bundespolizei drang ein 43-jähriger Mann unberechtigt in einen Dienstraum am Bahnhof Dammtor ein und attackierte den dort arbeitenden Bahnmitarbeiter mit Faust- und Fußtritten. Erst durch das Eingreifen eines Bundespolizisten konnte die Situation beendet werden.
Der 49-jährige Verletzte wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht, der Tatverdächtige wurde vorläufig festgehalten. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.
Prozess gegen Sohn von Mette-Marit: Høiby äußert sich am zweiten Prozesstag

Der zweite Tag im Prozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit: Ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer von Høiby sagt aus und spricht von "Schock und Verrat. Høiby selbst wird emotional, beruft sich aber auf Erinnerungslücken.
Im Prozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn der norwegischen Kronprinzessin, wurde am zweiten Prozesstag ein mutmaßliches Opfer von der Verteidigung befragt. Auch der Beschuldigte sagte selbst aus.
Insgesamt ist Høiby in 38 Punkten angeklagt. An diesem Prozesstag ging es um eine junge Frau, die er während einer Party im Keller der Residenz des Kronprinzen im Intimbereich berührt haben soll, während sie schlief. In Videos, die auf Høibys Handy gefunden wurden, soll die Handlung zu sehen sein.
Das mutmaßliche Opfer bezeichnet es laut der Zeitung Verdens Gang als "Verrat und Schock", dass der Angeklagte sie missbraucht und dabei gefilmt haben soll, während sie wehrlos war.
Verteidigung stellt kritische Fragen rund um Drogen
Die Frau war 2025 von der Polizei mit dem Filmmaterial konfrontiert worden. An den Vorgang hat sie nach eigener Aussage keine Erinnerung. An dem Tag des mutmaßlichen Missbrauchs habe sie zunächst kurz mit Høiby auf der Toilette Sex gehabt, danach könne sie sich an nichts mehr erinnern, sagte sie bereits am Dienstag laut der Nachrichtenagentur NTB aus.
Angeklagter weint vor Gericht
Er erinnere sich zwar daran, einvernehmlichen Sex mit der Frau gehabt zu haben - und an einige Trinkspiele mit Freunden. An den geschilderten Vorfall aber nicht.
Kronprinzessin Mette-Marit verschiebt geplante Reise
Høibys Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, verschob unterdessen eine geplante Auslandsreise, teilte der Palast in Oslo mit. Mette-Marit steht derzeit selbst unter Druck. Nicht nur, durch den Prozess gegen ihren Sohn, sondern auch, weil ihr Name Hunderte Male in den Akten im Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein autaucht.
Thüringen: Voigt bleibt Ministerpräsident - Höcke gescheitert

Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag ist mit ihrem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Voigt (CDU) gescheitert. Lediglich 33 Abgeordnete stimmten für Höcke als neuen Ministerpräsidenten.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) bleibt im Amt. AfD-Fraktionschef Björn Höcke scheiterte mit seinem Misstrauensvotum. Er erhielt als Kandidat für das Amt des Regierungschefs im Landtag 33 Ja- und 51 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung. 45 Stimmen wären für einen Sturz Voigts nötig gewesen.
Landtagspräsident: Würde des Parlaments bewahren
Zuvor hatte eine Debatte zum Misstrauensvotum im Landtag begonnen. Landtagspräsident Thadäus König (CDU) appellierte an die Abgeordneten, bei ihren Reden die Würde des Parlamentes zu wahren. Als erster Redner sprach der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke. Die Thüringer hätten das Vertrauen in Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verloren. Höcke warb beim BSW um Stimmen.
Koalitionspartner und Linke stellen sich hinter Voigt
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Bühl redete als nächster. Er warf Höcke vor, aus dem Misstrauensvotum Werbung für sich selbst zu machen.
Als Redner folgte der BSW-Fraktionsvorsitzende Frank Augsten. Er verwies auf die rechtskräftigen Verurteilungen Höckes und warf ihm vor, sein Ziel sei es, öffentliche Unruhe zu erzeugen.
Danach trat der Linke-Fraktionsvorsitzende Christian Schaft ans Rednerpult. Er erklärte, der Antrag der AfD sei eine gezielte Provokation. Der AfD gehe es darum, die demokratischen Strukturen des Landes zu destabilisieren.
Als letzter Redner sprach für die SPD-Fraktion deren Vorsitzender Lutz Liebscher. Er warf Höcke vor, den Landtag für sein "Schmierentheater" zu missbrauchen. Auch Liebscher verwies darauf, dass Höcke ein verurteilter Straftäter sei.
Höcke und Voigt melden sich zu Wort
Höcke meldete sich noch einmal zu Wort. Er reagierte auf die vorangegangenen Reden. Seine Verurteilung sei ein Zeichen für die bedrohte Meinungsfreiheit in Deutschland.
Daraufhin trat Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) ans Rednerpult. Er erklärte, das Misstrauensvotum diene Höcke "der Inszenierung". Er bekräftigte, dass er die Entscheidung der TU Chemnitz, ihm die Doktorwürde abzuerkennen, für falsch halte. Er stellte seine Arbeit für Thüringen in den Mittelpunkt und dankte seinen Koalitionspartnern, dass sie sich an seine Seite gestellt hätten.
Landtagspräsident Thadäus König beendete die Aussprache und eröffnete die Abstimmung. Die Stimmen wurden danach ausgezählt. König verkündete anschließend das Ergebnis und der Landtag fuhrt mit seiner Tagesordnung fort.
Grund für Misstrauensvotum: Entzug der Doktorwürde Voigts
Die AfD-Fraktion hatte das konstruktive Misstrauensvotum veranlasst, nachdem bekannt geworden war, dass die Technische Universität (TU) Chemnitz entschieden hatte, Voigt die Doktorwürde zu entziehen.
Der Ministerpräsident hat juristische Schritte gegen die Entscheidung der TU angekündigt. Nach Angaben der Universität kann der Doktortitel weitergeführt werden, bis die Aberkennung rechtskräftig ist.
Minnesota: US-Regierung zieht 700 Einsatzkräfte ab

Die Kritik an der Einwanderungsbehörde ICE und der Grenzschutzagentur CBP in Minnesota ist groß. Jetzt hat die Regierung einen Teilabzug der Einsatzkräfte angekündigt. Eine Abkehr von Massenabschiebungen sei das aber nicht.
Das brutale Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE und der Grenzschutzagentur CBP hatte massive Proteste im Bundesstaat Minnesota ausgelöst. Insbesondere die tödlichen Schüsse auf zwei US-Bürger in Minneapolis sorgten für Entsetzen.
Jetzt hat der Grenzschutzbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Tom Homan, den Abzug von 700 der insgesamt etwa 3.000 Einsatzkräfte aus dem Bundesstaat angekündigt. Demnach handelt es sich sowohl um um Angehörige von ICE als auch um Einsatzkräfte von CBP. Homan betonte, die Entscheidung sei nicht als Abkehr von der Politik der Massenabschiebungen zu werten.
"Verbesserte Abstimmung vor Ort"
In der vergangenen Woche hatte Homan den Teilabzug nach Gesprächen mit örtlichen Verantwortlichen von der Demokratischen Partei bereits in Aussicht gestellt. Nun begründete er die Entscheidung mit einer verbesserten Abstimmung vor Ort. Homan zufolge sollen irreguläre Migranten, die im Gefängnis saßen, direkt nach ihrer Freilassung von ICE-Beamten festgenommen werden können. Dazu seien nur zwei statt zehn Beamte notwendig, so Homan.
Bisher wurden ICE-Beamte oft nicht über die Freilassungen informiert und mussten die irregulären Migranten daher suchen, um Abschiebungen zu vollziehen.
Proteste gegen brutales Vorgehen
Die US-Regierung hatte vor Wochen Tausende Bundesbeamte in die Stadt Minneapolis und den Bundesstaat Minnesota geschickt. In Minneapolis stieß das brutale Vorgehen von ICE auf Widerstand. Nachdem die beiden US-Bürger Renee Good und Alex Pretti von Einsatzkräften erschossen worden waren, weiteten sich die Empörung und die Proteste landesweit aus. Auch in der republikanischen Partei wurden kritische Stimmen laut.
Nach zunehmendem Druck zog Trump den umstrittenen Kommandeur der Grenzschutzbehörde, Gregory Bovino, aus Minneapolis ab. Trump schickte stattdessen Tom Homan, was als Bemühung um Deeskalation gewertet wurde.
Winterwetter in Deutschland: Glätte, Schulausfälle, Störungen im Bahnverkehr

Schnee und Glätte sorgen in Teilen Deutschlands weiter für Einschränkungen, die Polizei meldet Unfälle. Es kommt zu Behinderungen im Zugverkehr. Viele Schulen blieben geschlossen.
Das Winterwetter macht vielen Menschen in Deutschland weiter zu schaffen. Schnee und spiegelglatte Straßen haben in mehreren Bundesländern zu Unfällen und langen Staus geführt. Mitunter saßen Autofahrer stundenlang fest. Es gab mindestens einen Toten und viele Verletzte. Meist blieb es aber bei Blechschäden.
Für weite Teile Niedersachsens hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) zunächst eine Unwetterwarnung herausgegeben - mittlerweile entspannt sich die Lage dort jedoch. Am Morgen kam es wegen Glätte zu zahlreichen Unfällen auf den Autobahnen A1, A2 und A7. Die A1 musste an zwei Stellen gesperrt werden. Die Polizei Osnabrück registrierte in der Nacht und am frühen Morgen allein 45 Unfälle.
Einschränkungen im Fernverkehr der Bahn
Im Fernverkehr der Deutschen Bahn kommt es nach Angaben des Konzerns wegen der Wetterverhältnisse zu Verspätungen und Ausfällen. Betroffen ist die ICE-Verbindung zwischen Hannover und Berlin. Die Verbindungen zwischen Berlin und Braunschweig sowie zwischen Berlin und Wolfsburg sind ebenfalls von der Störung betroffen. Auch das Bahnunternehmen Metronom warnte vor Einschränkungen.
Wie die Bahn auf ihrer Internetseite mitteilte, kommt es zudem zu Einschränkungen auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt. Auch hier sind Verspätungen und Zugausfälle möglich.
Viele Schulen in Bremen und Niedersachsen geschlossen
Im niedersächsischen Wattenmeer sorgt kräftiger Ostwind weiter für niedrige Wasserstände. In der Folge ist der Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln beeinträchtigt. Im Fährverkehr zwischen Norddeich und der Insel Norderney fallen heute mehrere Abfahrten aus, wie die Reederei Norden-Frisia mitteilte.
In der Nacht zum Donnerstag erwarten Meteorologen in der Osthälfte Niedersachsens neu aufziehenden Schneefall, der dort wieder für Glätte sorgen könnte.
Normalbetrieb auf dem Flughafen Frankfurt
Auch in Hessen hat sich die Lage im Laufe des Tages vielerorts normalisiert. Die Autobahnen sind weitgehend frei, der Flughafen Frankfurt arbeitet regulär. Einschränkungen gibt es aber weiterhin bei der Bahn und im Nahverkehr.
In Osthessen starb auf schneeglatter Straße ein Mann. Laut Polizei geriet bei Fulda ein 70 Jahre alter Fahrer eines Sattelzugs nach links in die Gegenfahrspur und stieß mit seinem Fahrzeug frontal gegen einen entgegenkommenden Kastenwagen.
In Mittel- und Osthessen hatte sich auf der Autobahn A3 ein rund 30 Kilometer langer Stau gebildet, der sich erst in den frühen Morgenstunden auflöste. Immer wieder hätten sich Lastwagen im Schnee festgefahren, teilte die Polizei mit. Betroffen waren auch die A7 und A4 in Osthessen sowie die B49.
Empfehlung: Ein Beispiel an Pinguinen nehmen
Viele Unfälle meldeten ebenso die Polizei in Baden-Württemberg, etwa in der Region Heilbronn, sowie die Polizei in Thüringen.
Wer zu Fuß unterwegs ist, könne sich ein Beispiel an Pinguinen nehmen und kleine, langsame Schritte machen, empfahl die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Gut sei, den Fuß dabei möglichst flach aufzusetzen statt ihn abzurollen.
Extreme Glätte in den Niederlanden
In den Niederlanden galt noch bis in die Mittagsstunden in den drei nördlichen Provinzen Groningen, Friesland und Drenthe nahe der deutschen Grenze wegen der starken Glätte die höchste Alarmstufe Rot. Eisregen machte Straßen, Fahrrad- und Gehwege zu spiegelglatten Rutschbahnen. Der Pannendienst ANWB meldete extrem viele Unfälle auf den Straßen. Selbst Einsatzfahrzeuge und Streuwagen hätten Probleme gehabt.
Die Bevölkerung wurde aufgerufen, wenn möglich, zu Hause zu bleiben. Der Verkehr mit Bussen und Zügen wurde komplett eingestellt, Schulen und Behörden blieben geschlossen.
Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi: Miteinander reden - auch ohne die USA

In Abu Dhabi sitzen Ukrainer und Russen an einem Tisch, um über ein Kriegsende zu sprechen - auch ohne die USA. Welche Fragen stehen dabei im Vordergrund, und wie ist die militärische Lage?
Wie ist die diplomatische Ausgangslage?
Alle Beteiligten haben sich zuletzt bemüht, den Verlauf der Verhandlungen über ein Kriegsende in ein positives Licht zu rücken. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff sagte nach den jüngsten Gesprächen in der vergangenen Woche in Abu Dhabi, es gebe nur noch einen einzigen Punkt, der strittig sei - und meinte damit die Frage von Gebietsabtretungen der Ukraine an Russland. Das bestätigten auch weitere Vertreter der US-Vermittler.
Als kleiner Fortschritt darf vielleicht gelten, dass Russland und die Ukraine die jüngsten Gespräche in Abu Dhabi als konstruktiv bewerteten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten Delegationen der Ukraine und Russlands erstmals in einem Dreierformat miteinander gesprochen, mit den USA als Vermittler am Tisch. Bei dieser Runde wollen sie sich auch ohne US-Vertreter an einen Tisch setzen.
Ein Durchbruch wird aber auch in Abu Dhabi nicht erwartet. Russland hat bislang seine Maximalforderungen wie etwa die Abtretung von noch nicht eroberten Gebieten, eine Beschränkung der militärischen Fähigkeiten der Ukraine sowie die Forderung nach einem politischen Wandel im Nachbarland nicht aufgegeben.
Die Ukraine erwartet von einem Friedensschluss, dass der ihren Sicherheitsinteressen gerecht wird - und sie, anders als bei vorherigen Abkommen mit Russland, wirksam davor schützt, erneut von Russland überfallen zu werden.
Die USA drängen seit dem Amtsantritt von Donald Trump vor einem Jahr auf einen schnellen Friedensschluss und wollen danach wieder zu normalen Beziehungen zu Russland zurückkehren, insbesondere auf dem Gebiet der Wirtschaft. Trump hat dabei immer wieder seine Sympathie für Russlands Präsidenten Wladimir Putin zum Ausdruck gebracht. Das setzt insbesondere die Ukraine, für die die militärische Unterstützung der USA gegen den Aggressor Russland von fundamentaler Bedeutung ist, unter Druck.
Wie sieht es im Ringen um die Sicherheitsgarantien aus?
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erweckte zuletzt den Eindruck, es gebe hier eine Übereinkunft mit den USA. "Wir betrachten das Dokument über bilaterale Sicherheitsgarantien mit den Vereinigten Staaten als fertiggestellt", bekräftigte er am Montag. Was das im Einzelnen bedeutet, wie weit diese Garantien gehen, bleibt aber unklar. Die USA haben die Einigung bislang nicht bestätigt.
Jurij Uschakow, außenpolitischer Berater von Präsident Wladimir Putin, stellte in der vergangenen Woche klar, dass es bislang keine Vereinbarung mit Moskau über Sicherheitsgarantien gebe. Zugleich betont die russische Seite, dass sie die Stationierung von Soldaten aus NATO-Staaten auf ukrainischem Territorium weiter ablehnt.
Das richtet sich gegen Überlegungen aus der sogenannten Koalition der Willigen westlicher Staaten, ein Abkommen durch die Präsenz eigener Soldaten abzusichern, um Russland nach einer Phase der Erholung von einem neuen Angriff auf die Ukraine abzuhalten. Wie genau diese Militärpräsenz aussehen könnte und ob sie überhaupt Russland wirksam abschrecken könnte, ist indes unklar.
Wie steht es in der Frage etwaiger Gebietsabtretungen?
Die russische Forderung nach Gebietsabtretungen bleibt der heikelste Punkt bei den Verhandlungen, und hier zeichnet sich bislang keine Übereinkunft ab. Russland betont immer wieder, dass es an seinen Kriegszielen festhalte und eine Abtretung des gesamten Donbass' fordere, also einen kampflosen Rückzug der ukrainischen Armee aus den Regionen Luhansk und Donezk. Dies betonte am Wochenende abermals der stellvertretende Chef des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedjew, der in der russischen Führung die Position eines Scharfmachers eingenommen hat.
Auch auf die südlichen Regionen Cherson und Saporischschja erhebt Russland völkerrechtswidrig Anspruch. Es gab allerdings hier wiederholt Gerüchte, Russland könne im Zuge eines Friedensschlusses die Annexion der Gebiete vorerst nicht weiter verfolgen. Besonders heikel ist hier der künftige Status des AKW Saporischschja, das größte Atomkraftwerk in Europa. Es ist seit 2022 vom russischen Militär besetzt.
Die Ukraine ist offiziell nicht bereit, auf die von Russland beanspruchten Gebiete zu verzichten, weil diese völkerrechtlich und laut Verfassung Teil ihres Staatsgebietes sind. Zudem befürchtet sie, dass ein Rückzug aus dem gut befestigten Donbass Russland in die Lage versetzt, bei einem erneuten Angriff schnell weit in das Landeszentrum vorzudringen.
US-Präsident Trump wiederum hat die Ukraine wiederholt dazu gedrängt, auf Gebiete zu verzichten, weil er ein baldiges Kriegsende will und möglicherweise auch Putins Narrativ glaubt, die russische Armee werde die geforderten Gebiete im Donbass ohnehin einnehmen.
Westliche Militärexperten haben aber errechnet, dass es bei dem aktuellen Tempo von Gebietseroberungen noch lange dauern werde, bis der gesamte Donbass unter russischer Kontrolle ist.
Im Dezember hatten die USA in einem 20-Punkte-Plan vorgeschlagen, den von der Ukraine kontrollierten Teil des Donbass' in eine entmilitarisierte Sonderwirtschaftszone umzuwandeln. Dem Plan zufolge würde Russland nicht in diese Gebiete einmarschieren und sich im Gegenzug aus anderen Gebieten zurückziehen. Ob ein solches Modell in Abu Dhabi weiter diskutiert wird, ist nicht bekannt. Es würde aber einmal mehr die Frage nach Sicherheitsgarantien aufwerfen.
Wie ist die militärische Lage?
Die russische Armee ist im Donbass auf dem Vormarsch, aber unter anhaltend schweren Verlusten und mit langsamen Tempo. Sie versucht im Donbass weiter, die Stadt Lyman einzunehmen, um von dort auf Slowjansk vorzustoßen. Ziel dieser Attacken sei es, die Voraussetzungen für eine Offensive im Frühjahr oder Sommer dieses Jahres zu schaffen, zitiert das Institute for the Study of War den ukrainischen Militärexperten Konstantyn Mashovets. Das russische Militär, schreibt das Institut in seiner jüngsten Analyse, komme in der Region insgesamt zwar voran, aber nur langsam - zu langsam, um die Voraussetzungen für einen Vorstoß in Richtung Slowjansk und eine größere Bodenoffensive in der Region zu schaffen.
Slowjansk ist ein Teil des sogenannten ukrainischen Festungsgürtels in der Region Donezk, der sich von der Stadt im Norden bis nach Kostjantyniwka im Süden zieht und der die russische Armee in vier Jahren Krieg daran gehindert hat, den gesamten Donbass einzunehmen. Die Kontrolle über die Region ist ein zentrales Thema bei den diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Kampfhandlungen. Russland beansprucht weiter, dass die Ukraine die bislang von hier gehaltenen Gebiete der Region aufgibt. Die Ukraine lehnt das aus grundsätzlichen, aber auch aus strategischen Erwägungen ab.
Geringer Fortschritt beschreibt auch die Entwicklung entlang der Front insgesamt in den vergangenen Tagen, auch in der Umgebung von Charkiw im Norden und im Süden bei Saporischschja. Hier versucht die russische Armee, soweit vorzurücken, um die Stadt unter Artilleriebeschuss nehmen zu können. Insgesamt bleibt der Druck auf die ukrainische Armee hoch, und auch sie muss weiter beträchtliche Verluste hinnehmen, kann aber im Gegensatz zu Russland nicht in hohem Stil weiter Soldaten rekrutieren.
Gibt es wieder russische Luftangriffe auf Kiew und die Infrastruktur?
Russland versucht seit Kriegsbeginn, die Moral der Ukrainer mit massiven Luftangriffen auf die Energieinfrastruktur zu zermürben und zumal den äußerst kalten Winter zu einer Waffen gegen die Bevölkerung zu machen - ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht.
US-Präsident Trump hatte am vergangenen Donnerstag erklärt, Russland werde auf seine persönliche Bitte hin die Angriffe für eine Woche einstellen, und das sei "sehr nett". Kreml-Sprecher Dmitri Peskow teilte kurz darauf mit, man stelle die Angriffe auf Kiew für drei Tage ein, um "günstigere Bedingungen" für die Verhandlungen zu schaffen.
Die Angriffe auf andere Ziele im Land setzte Russland unterdessen fort. Die ukrainische Hauptstadt nahm Russland kurz vor den Verhandlungen wieder unter Beschuss und griff zugleich massiv die Energieversorgung im ganzen Land an. In der Nacht zum Dienstag, einer der kältesten dieses Winters, fielen deshalb in Kiew sowie in Charkiw im Osten des Landes in mehr als 1.100 Wohnhäusern die Heizungen aus - bei Temperaturen von minus 17 Grad in Kiew und minus 23 Grad in Charkiw. Das Ausmaß der Raketenangriffe in dieser Nacht übertraf alle Angriffe in einer einzigen Nacht seit Weihnachten 2024, notierte die New York Times. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland daraufhin vor, die vorherige Pause in den Angriffen auf die Energieinfrastruktur nur dazu genutzt zu haben, Raketen für einen Angriff in einer sehr kalten Nacht anzuhäufen.
Kältewelle in Florida: Erstarrte Leguane fallen von den Bäumen

Eigentlich gilt Florida als Sonnenstaat der USA. Doch wie im Rest von Nordamerika ist es dort derzeit ungewöhnlich kalt - so kalt, dass massenhaft erstarrte Leguane von den Bäumen fallen.
Im US-Bundesstaat Florida fallen massenhaft Leguane von den Bäumen. Weil es dort zuletzt ungewöhnlich kalt war, verfallen die wechselwarmen Tiere in eine Kältestarre und landen bewegungslos auf den Böden. Die zuständige Naturschutzbehörde FWC richtete Sammelstellen für die regungslosen Tiere ein - falls Bewohner sie von ihren Grundstücken entfernen wollen.
Die Leguane sterben nicht, sondern aktivieren wegen der Kälte einen Überlebensmodus. Weil sie ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, sind sie auf Wärme von außen angewiesen. Am wohlsten fühlen sie sich bei 25 bis 28 Grad Celsius.
Bei unter zehn Grad verlangsamen sich ihre Körperfunktionen, bei unter fünf bis sieben Grad können sie in die Kältestarre verfallen, um Energie zu sparen. Wird es wieder wärmer, tauen sie auf und leben normal weiter. Sie tragen keine bleibenden Schäden davon.
Leguane sind in Florida eine invasive Art
Wenn sich Leguane zum Zeitpunkt der Schockstarre in Bäumen aufhalten - ihrem Lebensraum -, dann fallen sie herab. In Florida sind Hunderte solcher erstarrten Tiere auf Bildern und Videos zu sehen.
Die Grünen Leguane stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Seit einigen Jahren verbreiten sie sich als invasive Art auch in Florida. Die Tiere sind in den USA nicht geschützt und haben laut Naturschutzbehörde FWC sogar schädlicher Auswirkungen auf das dortige Ökosystem. Die gesammelten erstarrten Tiere werden deshalb entweder getötet oder in einigen Fällen an lizenzierte Tierhändler weitergegeben.
Zahlreiche Menschen wegen Kältewelle gestorben
Die USA werden derzeit von einer ungewöhnlich starken Kältewelle heimgesucht. Grund dafür ist ein Kaltlufteinbruch aus der Arktis. Mehr als hundert Menschen sind im Zusammenhang mit den niedrigen Temperaturen seit dem 24. Januar gestorben.
Es kommt zu großflächigen Stromausfällen, etwa weil Eisstürme Masten und Leitungen beschädigen. In Tennessee und Mississippi haben mehr als 70.000 Haushalte und Unternehmen seit mehr als einer Woche keinen Strom.
In New York City sind nach Angaben des Bürgermeisters 13 Menschen an der Kälte gestorben - Unterkühlung habe ihren Tod mitverursacht. Weitere Todesfälle wurden aus den Bundesstaaten Indiana, Louisiana, South Carolina und Texas gemeldet.
Brief an UEFA: EU-Abgeordnete fordern Prüfung von WM-Boykott

In Europa gibt es Forderungen nach einem Boykott der Fußball-WM. Damit soll gegen die Politik von US-Präsident Trump protestiert werden. Nun haben EU-Abgeordnete einen Aufruf gestartet.
Mehrere EU-Abgeordnete haben die Europäische Fußball-Union UEFA in einem Brief aufgefordert, sich bezüglich der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA klarer zu positionieren.
EU-Abgeordnete fordern Diskussion über Konsequenzen
Darin verurteilen sie das Handeln und die Rhetorik des US-Präsidenten Donald Trump. Zum einen fordern sie, dass die UEFA die Entscheidung, US-Präsident Donald Trump mit dem FIFA-Friedenspreis auszuzeichnen, öffentlich kritisiert.
Zum anderen solle die UEFA Diskussionen über mögliche Konsequenzen unterstützen, falls die Werte des Fußballs wie Respekt, Würde, Gleichheit oder die gegenseitige Anerkennung von Nationen und Völkern weiterhin missachtet würden. Dabei sollten laut den Abgeordneten "koordinierte Boykotte oder andere Maßnahmen" in Erwägung gezogen werden.
Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen der SPD-Europaabgeordnete Matthias Ecke sowie die Grünen-Europaabgeordneten Daniel Freund, Rasmus Andresen und Erik Marquardt.
WM in den USA könnte Trumps Politik "normalisieren"
Obwohl die UEFA die WM nicht selbst organisiert, besitze sie innerhalb des Weltverbandes FIFA moralisches und politisches Gewicht, schrieben die Abgeordneten. Daher sollte die Fußball-Union noch einmal ihr Bekenntnis zu Menschenrechten, Inklusion und internationalen Normen betonen - auch wenn der ökonomische und politische Druck hoch sei.
Wie die Abgeordneten in dem Brief betonten, könne ein Turnier, das Milliarden von Menschen erreicht, nicht von seinem politischen Kontext getrennt werden. Die Auswahl der USA als Gastgeberland erwecke möglicherweise den Eindruck, dass wichtige Prinzipien zugunsten mächtiger Nationen an Bedeutung verlieren könnten.
Insbesondere mit Blick auf Trumps Drohungen im Zusammenhang mit Grönland berge die Austragung der WM in den Vereinigten Staaten die Gefahr, "diese politischen Haltungen zu normalisieren und zu legitimieren".
Regional
Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg: Zugbegleiter nach Angriff in Regionalexpress gestorben

Ein Zugbegleiter ist nach einem Angriff in einem Regionalexpress gestorben. Er war bei Kaiserslautern von einem Fahrgast bei einer Ticketkontrolle angegriffen worden. Gegen den Tatverdächtigen wurde Haftbefehl erlassen.
Seit Montagabend hatten Ärzte nach einem Angriff um das Leben des Zugbegleiters Serkan C. gekämpft. Jetzt ist er tot. Wie die Staatsanwaltschaft Zweibrücken mitteilt, wurde der 36-jährige Zugbegleiter durch Faustschläge gegen den Kopf schwer verletzt. Die Obduktion hat ergeben, dass Serkan C. an einer Hirnblutung gestorben ist.
Tatverdächtig ist ein Fahrgast. Laut Staatsanwaltschaft Zweibrücken handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Griechen, der in Luxemburg wohnt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun gegen ihn wegen Totschlags. Deswegen wurde gegen den 26 Jahre alten mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen.
Schweigeminute für toten Zugbegleiter aus Ludwigshafen
Nach dem tödlichen Angriff hatte die Gewerkschaft EVG außerdem zu einer Schweigeminute aufgerufen. Sie fand am Mittwoch 15 Uhr statt. "Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen. Heute steht die Eisenbahnerfamilie still", so der EVG-Vorsitzende Martin Burkert.
Ein Bahnsprecher teilte außerdem mit, dass der 36-Jährige seine "Home Base" in Mannheim hatte. Dort war er der Einsatzplanung des Mannheimer Hauptbahnhofs zugeordnet und startete in der Regel von dort zu seinen Diensten. Nach Angaben des Landes Rheinland-Pfalz hat der verstorbene Zugbegleiter in Ludwigshafen gelebt. "Unsere Gedanken sind bei der Familie, allen Angehörigen und den Freundinnen und Freunden des getöteten Bahnmitarbeiters", so Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD). Der Opferschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz werde der Familie Unterstützung anbieten.
Tat geschah offenbar kurz hinter Bahnhof Landstuhl
Was bisher von den Ermittlern zu dem Fall bekannt ist: Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn war am Montagabend in Richtung Homburg unterwegs. Nach Angaben der Polizei wurde der Zugbegleiter kurz nach dem Bahnhof Landstuhl (Kreis Kaiserslautern) in dieser Bahn angegriffen.
Offenbar hatte der 36-jährige Zugbegleiter den Tatverdächtigen nach seiner Fahrkarte gefragt. Der hatte aber keinen gültigen Fahrschein. Deshalb sollte der 26-jährige Mann den Zug verlassen. Stattdessen attackierte er den Zugbegleiter plötzlich. Ein Messer oder sonstige gefährliche Gegenstände sei laut Staatsanwaltschaft hierbei nicht eingesetzt worden. Der Zugbegleiter verlor das Bewusstsein.
Fahrgäste hatten Notruf gewählt
Der Mitarbeiter der Bahn musste nach dem Angriff im Zug wiederbelebt werden. Andere Fahrgäste hatten den Notruf gewählt und Erste Hilfe geleistet, bis der Rettungsdienst da war. Dann wurde der Bahnmitarbeiter in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er am Tag nach dem Angriffs. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen derzeit die Hintergründe der Tat und werten Videoaufnahmen aus.
Direkt nach dem Angriff hatte sich die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, in einem schriftlichen Statement geäußert. Der Kollege habe nur seinen Job gemacht und sei dabei auf brutalste Weise angegriffen worden. Sie bedankte sich auch bei einem Bundeswehrsoldaten, der im Zug erste Hilfe geleistet haben soll.
Offenbar immer mehr Übergriffe auf Mitarbeiter der Bahn
Palla schreibt außerdem, dass die Zahl von Übergriffen auf DB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigen würde. "Die Hemmschwelle für Gewalt in unserer Gesellschaft sinkt." Es müsse mehr zum Schutz der Bahn-Mitarbeiter getan werden.
Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich nach der Gewalttat im Kreis Kaiserslautern geäußert. In der Stellungnahme heißt es vom EVG-Vorsitzende Martin Burkert: Es sei jahrelang an der Sicherheit von Personal und Fahrgästen gespart worden. Auf vielen Zügen im Nahverkehr gebe es nur einen Zugbegleiter. Sicherheitspersonal fahre fast nie mit. Jetzt sehe man die Folgen und es müsse sich etwas ändern, so Burkert:
"Wir sind bestürzt und fassungslos. Vor allem sind wir aber wütend. Wir akzeptieren es nicht länger, dass man sich als Zugbegleiter in Lebensgefahr begibt, sobald man seine Schicht antritt."
Bayern: KI-Fabrik in München: Wie das der Wirtschaft in Bayern nutzt

Deutschland will bei Künstlicher Intelligenz unabhängiger werden. Dafür startet heute die Produktion in der "AI Industrial Cloud" der Telekom und des US-Chipherstellers Nvidia – ein Rechenzentrum im Münchner Tucherpark für heimische Unternehmen.
Als Visionär ist Friedrich Merz in seinem Amt bisher selten aufgetreten. Umso bemerkenswerter war die Rede, die der Bundeskanzler im vergangenen Juni beim Besuch von Nvidia-Chef Jensen Huang in Berlin hielt. Auf das Vorhaben von Nvidia und der Telekom angesprochen, geriet der CDU-Politiker regelrecht ins Schwärmen. Die KI-Pläne der beiden Unternehmen seien ein "bedeutender Schritt für Deutschlands digitale Souveränität und wirtschaftliche Zukunft", so der Kanzler. Jetzt weniger als ein Dreivierteljahr später, werden die Pläne Wirklichkeit. Die "AI Industrial Cloud" nimmt die Produktion auf.
Rechenleistung statt Fließbandarbeiter
Produziert wird dort nichts Greifbares, sondern vor allem Rechenzeit für die Wirtschaft. Wozu das gut ist? In der Auto- und Maschinenbauindustrie etwa werden Produkte und Produktionslinien zunehmend als "digitale Zwillinge" simuliert. KI kann dabei Materialverhalten, Aerodynamik oder Lieferketten unter vielen Varianten durchrechnen, Fehler früher finden und Entwicklungszeiten verkürzen. Solche Simulationen und das Training moderner KI-Modelle brauchen enorme Rechenkapazitäten. Dafür werden keine einfachen Computerchips benötigt, sondern spezialisierte Grafikprozessoren, sogenannte GPUs (Graphics Processing Units), die mehrere Rechenschritte parallel ausführen können.
Die Technik kommt aus den USA
Nach Angaben der Telekom sollen im Münchner Tucherpark bis zu 10.000 dieser GPUs rechnen. Hinzu kommen große Datenmengen: rund 20 Petabyte Speicher, also etwa 20 Millionen Gigabyte, sowie knapp ein Petabyte Arbeitsspeicher. Auf 3.000 Quadratmetern Fläche, die mehrere Stockwerke unter die Erde reicht, wurden für eine möglichst schnelle Datenanbindung kilometerweise Glasfaserkabel verlegt. Die Telekom verbindet damit ein Versprechen: Mit dem Start der Anlage steige die KI-Rechenkapazität in Deutschland um rund 50 Prozent. Die erste Ausbaustufe beziffert das Unternehmen mit Investitionen von rund einer Milliarde Euro.
Die Rollen in dem Gemeinschaftsprojekt sind klar verteilt: Die Telekom stellt Infrastruktur, Rechenzentrum und Betrieb. Der US-amerikanische Chiphersteller Nvidia liefert die Hardware. Als weiterer Partner ist SAP an Bord. Der deutsche Softwarehersteller soll unter anderem Anwendungen in Unternehmensprozesse integrieren – und die KI-Rechenleistung nicht zuletzt auch für öffentliche Einrichtungen nutzbar machen.
Rechnen in Bayern – mehr Unabhängigkeit für Deutschland
Adressiert ist das Angebot vor allem an große und mittelständische Unternehmen. Gerade für kleinere Betriebe ist es attraktiv, Rechenleistung zu mieten statt teuer selbst aufzubauen. Auch in Bayern, wo viele Industriebetriebe an KI-Anwendungen arbeiten, könnte der Zugang zu leistungsfähiger Infrastruktur ein Standortfaktor werden – etwa für Simulationen in der Produktion oder für Robotik. Das Angebot steht aber Kunden in ganz Deutschland offen. Ziel ist es, die Abhängigkeiten von Anbietern außerhalb Europas zu verringern – weil Rechenleistung und Datenverarbeitung hierzulande verfügbar werden.
Die Politik atmet auf – aber Fragen bleiben
Politisch wird das Projekt als Baustein digitaler Souveränität gelesen. Das hatte Friedrich Merz bereits beim Besuch des Nvidia-Chefs deutlich gemacht. Und auch die Liste der Gäste bei der heutigen Eröffnung verdeutlicht diesen politischen Wunsch. Neben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) angekündigt.
Bei aller (Vor-)Freude bleibt eine Kernfrage aber offen: Eigene Rechenzentren in Deutschland können zwar Abhängigkeiten von Cloud-Anbietern etwa aus den USA verringern und eine Datenverarbeitung hierzulande ermöglichen. Gleichzeitig entsteht eine neue Abhängigkeit: Der Hersteller der notwendigen Schlüsseltechnologie – der KI-Chips – Nvidia kommt aus dem Silicon Valley. Die Münchner "KI-Fabrik" steht damit exemplarisch für Europas Dilemma: Man erlangt mehr Kontrolle über Daten und Infrastruktur, aber die zentrale Hardware wird weiterhin importiert.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
Quelle: BR24 Radio
04.02.2026 - 08:38 Uhr
Berlin: Dachstuhl von Wohnhaus in Spandau ausgebrannt und zusammengebrochen

Rund 140 Feuerwehrleute haben am Mittwoch einen Brand in einem Mehrfamilienhaus in Berlin-Spandau bekämpft. Das Dach des fünfgeschossigen Hauses am Brunsbütteler Damm / Ecke Grünhofer Weg stand komplett in Flammen. Wie ein Feuerwehrsprecher dem rbb sagte, ist das Dach zusammengebrochen.
Erst nach knapp vier Stunden sei die Lage übersichtlich geworden. Am Nachmittag liefen noch Nachlöscharbeiten, da es Glutnester gebe, so die Feuerwehr. Die Bauaufsicht sei vor Ort.
Frost erschwert Löscharbeiten
Trotz der Löscharbeiten breitete sich das Feuer den Angaben nach auch auf den hinteren Seitenflügel aus. Die Bewohner des Hauses konnten in Sicherheit gebracht werden und wurden nicht verletzt. Ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbarhaus konnte die Feuerwehr verhindern.
Der Einsatz wurde nach Angaben des Feuerwehrsprechers durch den Frost in Berlin erschwert. Hydranten vor Ort seien zugefroren gewesen. Dies habe ein schnelles Löschen verhindert.
Die Feuerwehr wurde nach eigenen Angaben gegen 11.30 Uhr alarmiert. Was den Brand auslöste, war zunächst unklar.
Brandenburg, Berlin: Glatteis und Schnee in Berlin und Brandenburg - Infos im Liveticker

Schon seit Wochen friert es in Berlin und Brandenburg - viele Gehwege sind rutschig von Eis und Schnee. Trotz Plusgraden bleibt es auch in dieser Woche glatt.
- Gericht kippt Ausnahmegenehmigung für Streusalz in Berlin - Verbot gilt wieder
- Am Donnerstag erneut Schnee und Eisregen erwartet
- Bahnverkehr in Richtung Westen gestört
- Ausgabe von kostenlosem Splitt in Berlin und Potsdam
- 155 Einrichtungen öffnen in Berlin zum Aufwärmen
Mittwoch, 4. Februar
16:26 Uhr: BVG will Oberleitungen der Trams mit Leerfahrten eisfrei halten
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stellen eigenen Angaben nach in der Nacht zu Donnerstag zusätzliche Fahrzeuge bereit. Diese sollen Betriebsfahrten durchführen, damit die Oberleitungen nicht wieder einfrieren.
Bereits in der vergangenen Woche fiel in Berlin viel Eisregen. Als dieser auf die Oberleitungen der Berliner Straßenbahnen traf, vereisten diese. Das führte dazu, dass der Tramverkehr in der Stadt eingestellt werden musste.
Zudem sei bei der U-Bahn Bürsten- und Schmierzug im Einsatz, der die Gleise freihalten soll, teilte die BVG mit.
11:56 Uhr: Privater Streusalz-Einsatz wieder verboten
Der private Einsatz von Streusalz ist nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu in Berlin ab sofort wieder verboten. Der Nabu-Landesverband ist mit seiner Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht Berlin gegen eine Allgemeinverfügung der Senatsumweltverwaltung erfolgreich gewesen.
09:10 Uhr: Bahnverkehr von Berlin in Richtung Westen gestört
Das Winterwetter sorgt im Fernverkehr der Deutschen Bahn zwischen Berlin und Hannover am Morgen für zahlreiche Ausfälle. Wie die Bahn online mitteilte, fällt unter anderem der ICE-Sprinter zwischen Berlin und Bonn (über Hannover und Köln) aus.
Gleiches gilt für die ICE-Linie von Berlin über Braunschweig und Frankfurt nach Karlsruhe. Die ICE-Linien Berlin - Hannover - Münster - Dortmund - Köln - Aachen sowie Berlin - Hannover - Bremen - Oldenburg fallen demnach zwischen Berlin und Hannover aus.
07:26 Polizei meldet ruhige Nacht trotz Glätte
In der Nacht zum Mittwoch ist es auf den Straßen in Berlin und Brandenburg vergleichsweise ruhig geblieben. Laut Polizei waren am frühen Mittwochmorgen in keinem der beiden Bundesländer besondere Unfälle bekannt. Dies könne sowohl an den Ferien als auch der frühen Tageszeit liegen, so eine Sprecherin der Polizei.
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) dürfte es auch in den kommenden Tagen glatt bleiben. Demnach sind Schnee und gefrierender Sprühregen in Berlin und Brandenburg zu erwarten.
06:05 Uhr Einrichtungen bieten Wärme ohne Konsum
Ohne Geld der Kälte entkommen: In Berlin gibt es viele Orte zum Aufwärmen, nicht nur für Menschen ohne Wohnung.
Zum Beispiel in den beiden Standorten der Zentral- und Landesbibliothek. "Zu uns kann man auch ohne Eintritt oder Ausweis kommen. Wir sind ein konsumfreier Ort", sagt Sprecherin Milena Jovanovic der dpa.
Die Zentral- und Landesbibliothek ist Mitglied im Netzwerk der Wärme - einem Verbund von Orten des Austauschs, der Hilfe und Begegnung in ganz Berlin. Das Netzwerk richtet sich an die verschiedensten Zielgruppen, unter anderem Familien, Senioren oder auch Menschen ohne eigenes Zuhause.
Für letztere sind im Netzwerk 155 Einrichtungen aufgelistet, neben den Tageseinrichtungen für Obdachlose auch zahlreiche Stadtteilzentren, weitere Bibliotheken oder auch Kiezklubs.
Dienstag, 3. Februar
20:10 Uhr DWD warnt für Mittwochmorgen vor Glätte
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die frühen Morgenstunden am Mittwoch eine amtliche Warnung vor Glätte in Berlin herausgegeben. Die Warnung (Stufe 1 von 4) gilt laut einer Mitteilung vom Dienstagabend von 2 Uhr bis 9 Uhr. Für Berlin und Brandenburg weist der DWD zudem auf möglichen leichten Schneefall in der Nacht hin.
14:50 Uhr BUND: BVG muss sich auf Eisregen vorbereiten
Die Umweltorganisation BUND Berlin fordert die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Senatsverkehrsverwaltung auf, einen neuen witterungsbedingten Ausfall der Berliner Straßenbahn zu verhindern.
Nach dem Warnstreik im Nahverkehr von Montag könne den Berlinern außerdem kein neuer großflächiger Ausfall des Trambetriebs zugemutet werden.
Der BUND Berlin fordert unter anderem, dass auch nachts sogenannte Bügelfahrten zum Abkratzen von Eisschichten an der Oberleitung in engerem Takt als im regulären Nachtverkehr durchgeführt werden. Zu den Vorbereitungen gehöre auch, fehlende oder falsche Fahrgastinformation zu verhindern.
Laut Deutschem Wetterdienst kann es in den nächsten Tagen wieder zu Eisregen kommen. Vor allem am Donnerstag wird es nach Einschätzung des ARD-Wetterkompetenzzentrum in Berlin und weiten Teilen Brandenburgs voraussichtlich "sehr rutschig".
14:06 Uhr Glättegefahr nimmt trotz Plusgraden zu
Die Kältewelle in Berlin und Brandenburg endet, die Temperaturen steigen bis zum Wochenende über null Grad. Der Übergang von Frost- zu milderer Luft bringt jedoch neue Gefahren: Durch gefrorene Böden und eine Warmfront drohen Schneefall, Eisregen und zunehmende Glätte.
Besonders am Donnerstagmorgen ist mit sehr rutschigen Straßen und Problemen im Berufsverkehr zu rechnen."Der Donnerstagmorgen wird sehr rutschig – egal, ob es der gefrierende Regen oder der Schneeglätte wird", sagte ARD-Wetterexperte Rudolph rbb|24 am Dienstagvormittag.
Erst ab Freitag entspannt sich die Lage mit Temperaturen zwischen null und vier Grad.
07:09 Uhr: Leichte Plusgrade am Mittwoch und Donnerstag
Das Wetter in Berlin und Brandenburg bleibt auch am Dienstag eisig. Zum Mittwoch und Donnerstag klettern die Höchsttemperaturen jedoch wieder über null Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.
Am Dienstag kommt es laut Prognose in der Früh zu mäßigem und in der Uckermark zu lokal strengem Frost. Zwischen minus zwei Grad in der Elbe-Elster-Niederung und minus sieben Grad in der Uckermark liegen demnach die Höchstwerte. Auch in der Nacht zu Mittwoch wartet laut Prognose Frost – bei Tiefsttemperaturen von minus vier bis minus neun Grad.
Dem Wetterbericht nach schneit es in der Nacht zum Mittwoch, am darauffolgenden Tag und in der darauffolgenden Nacht gebietsweise. Daher rechnet der DWD am Mittwoch mit ein bis drei Zentimetern Neuschnee. Im äußersten Nordosten Brandenburgs soll das Thermometer an dem Tag höchstens minus sechs Grad messen – in Berlin um minus zwei Grad und an der Grenze zu Sachsen plus ein Grad.
Am Donnerstag steigen die Höchstwerte nach Angaben der Wetterexperten auf ein bis drei Grad – im Plus!
07:02 Uhr: Kältehilfe-Einrichtungen in Berlin könnten Angebot ausweiten
Wegen der niedrigen Temperaturen weitet die Berliner Kältehilfe ihre Angebote teilweise aus. Laut der Koordinierungsstelle der Kältehilfe haben sich einige Einrichtungen bereit erklärt, die Öffnungszeiten zu verlängern und zusätzliche Plätze anzubieten.
In Berlin stehen derzeit rund 1.200 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Noch sei das Angebot ausreichend, hieß es.
Auch die Kältebusse sind demnach stark gefragt. Die Koordinierungsstelle bittet aber darum, dass man vorher mit dem betroffenen Menschen sprechen sollte, bevor man einen Kältebus ruft. Denn nicht immer sei Hilfe erwünscht.
06:31 Uhr: Kostenloser Splitt für Potsdamer
In Potsdam können Privathaushalte ab Dienstag kostenloses Streugut gegen vereiste Gehwege bekommen. Wie die Stadtwerke Potsdam mitteilten, können bis zu 20 Liter Splitt bei Wertstoffhöfen abgeholt werden. Wer das Streugut abholt, muss demnach einen eigenen Behälter dabei haben. Das Angebot gelte, solange der Vorrat reicht.
Auch die Berliner Stadtreinigung gibt wegen Eisglätte auf Gehwegen seit einigen Tagen Splitt auch an Privatpersonen ab.
Montag, 2. Februar
19:21 Uhr: Wegner will Einsatz von Streusalz bei Glätte erleichtern
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner setzt sich für einen leichteren Einsatz von Tausalz bei großer Glatteis-Gefahr auf Gehwegen und dafür notwendige gesetzliche Änderungen ein. Bei einem Besuch der Berliner Stadtreinigung (BSR) sagte der CDU-Politiker am Nachmittag: "Wir brauchen endlich rechtliche Sicherheit, (...) dass wir zum Beispiel auch Tausalz konsequent vom ersten Tage anwenden. Das ist eine Sache, die jetzt hoffentlich alle gelernt haben." Es sei seine Erwartung, dass es hier zu gesetzlichen Veränderungen komme, so Wegner.
Nach dem Straßenreinigungsgesetz und dem Naturschutzgesetz ist die Verwendung von Streusalzen oder anderen Auftaumitteln auf Grundstücken und Gehwegen eigentlich verboten. Ausnahmen gibt es nur für die Stadtreinigung BSR auf besonderen Straßen. Vor kurzem hatte aber wegen anhaltender Eisglätte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) per Allgemeinverfügung kurzfristig Streusalz auf Gehwegen zugelassen.
17:20 Uhr: Wittstock/Dosse bietet Privathaushalten kostenlos Streugut an
Die Stadt Wittstock/Dosse bietet ihren Bürgern in dieser Woche kostenlos Streugut an. Ab Dienstagmorgen können Am Bauhof der Stadtverwaltung in der Rheinsberger Straße 27 pro Person bis zu 50 Liter Kies/Salz-Gemisch abgeholt werden. Der Bauhof hat Dienstag bis Donnerstag von 6:30 Uhr bis 9 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr geöffnet, am Freitag von 6:30 bis 9 Uhr.
Die Baumärkte seien gerade leer gekauft und die privaten Streusalz-Vorräte würden sich dem Ende zuneigen, hieß es zur Begründung. Die Stadtverwaltung betonte, das Streugut sei für den Eigenbedarf.
17:00 Uhr: BSR bekommt zusätzliche 500 Tonnen Streugut
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) soll am Dienstag zusätzliche 500 Tonnen Split bekommen. Das kündigte BSR-Chefin Stephanie Otto an. Nach ihren Angaben konnten am Montag nicht alle Bezirke mit dem benötigten Streugut versorgt werden.
Die Lichtenberger Ordnungsstadträtin Filiz Keküllüoglu (Grüne) bestätigte dem rbb, Mitarbeitende ihres Bezirksamts seien seit 8 Uhr am Morgen überwiegend erfolglos zwischen den Standorten der BSR herumgefahren. Die Menge an Streugut, die das Amt erhalten hat, reicht bei weitem für den aktuellen Bedarf nicht aus.
Keküllüoglu betonte, sie erwarte von Senat und BSR bessere Kommunikation. Außerdem forderte sie, dass das Streugut über alle Bezirke zukünftig gerecht aufgeteilt wird, so dass allen Menschen in Berlin geholfen werden kann, auch in den Außenbereichen dieser Stadt.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kündigte an, es werde jetzt täglich eine Schalte für Absprachen zwischen Senat, BSR und Bezirken geben.
16:20 Uhr: Mehr Kontrolle bei Streupflicht gefordert - Kritik am Senat
Der Berliner Mieterverein fordert, dass die Bezirke die Streupflicht der Vermieter stärker kontrollieren und dass das Bußgeld deutlich erhöht wird. Maximal 10.000 Euro seien angesichts der Kosten, die Sturzverletzungen nach sich ziehen, viel zu niedrig.
Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp stellt die gleichen Forderungen. Sie schlägt außerdem vor, das Technische Hilfswerk beim Räumen und Streuen der vereisten Gehwege einzusetzen. Der Senat hätte längst handeln müssen, so Eralp. Es sei nicht hinnehmbar, dass vor allem ältere und kranke Menschen faktisch nicht rausgehen könnten.
Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach wirft Verkehrssenatorin Bonde von der CDU zu langsames Handeln vor. Berlin kämpfe seit Wochen mit eisglatten Bürgersteigen. Doch erst jetzt führe Bonde Gespräche mit Bezirken und Stadtreinigung.
13:23 Uhr: BUND fordert nach Tausalz-Freigabe Intensivkur für Bäume
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert wegen der Streusalz-Freigabe ein Sonderprogramm für die Berliner Straßenbäume.
Salz auf Bürgersteigen sei pures Gift und werde mit dem Tauwasser direkt neben den Stämmen in den Boden fließen. Um es in tiefere Schichten zu spülen, müssten die Bäume nach dem Frost intensiv bewässert und zusätzlich gedüngt werden, teilte der BUND am Montag mit.
Andernfalls drohten zusätzliche Astabbrüche, die Menschen gefährden. In letzter Konsequenz müssten für die Verkehrssicherheit noch mehr Bäume als bisher gefällt werden, so der BUND.
Im Sommer lassen sich die Salzschäden deutlich an bräunlich verfärbten und abgestorbenen Blatträndern erkennen.
12:45 Uhr Gratis-Splitt bleibt gefragt
Angesichts der Eisglätte ist der kostenlose Splitt von der Berliner Stadtreinigung (BSR) weiter begehrt. "Die Nachfrage ist groß", sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank. "Viele Bürger sind ratlos, weil man im Baumarkt nichts mehr bekommt."
Seit dem Morgen wird der Splitt nur noch an drei BSR-Betriebshöfen in Wilmersdorf, Friedrichshain und Neukölln ausgegeben, zum Start der Ausgabe am Samstag waren es zehn. Beim Betriebshof in der Mühlenstraße in Friedrichshain gab es am Vormittag regen Andrang von Berlinerinnen und Berlinern, die sich mit Splitt versorgen wollen.
Daten dazu, wie viel Splitt insgesamt mittlerweile ausgegeben wurde, hat die BSR noch nicht. Am ersten Tag am Samstag waren es rund 20 Tonnen. Rund zwei Drittel davon gingen der BSR zufolge anPrivatpersonen, die damit selbst streuen wollen. Grundsätzlich gilt das BSR-Angebot, solange der Vorrat reicht.
Die BSR stellt auch den zwölf Berliner Bezirken Splitt zur Verfügung. Die Menge, die an sie abgegeben wurde, sei im Vergleich zum Samstag noch einmal deutlich gestiegen, sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank.
9:43 Uhr: Berliner Bezirke überfordert mit Kontrolle der Räumpflicht
Die Berliner Bezirke sind mit der Überwachung der Räumpflicht überfordert. So steigt nach DPA-Angaben die Zahl der Beschwerden über nicht geräumte Wege - die Bezirksämter haben aber zu wenig Personal.
Aus Friedrichshain-Kreuzberg heißt es, die meisten Grundstückseigentümer und Winterdienste seien überfordert. Gemeldete Gefahren könnten aber innerhalb kurzer Zeit beseitigt werden.
Pankow erlebt nach eigenen Angaben zurzeit eine besonders hohe Zahl an Bürgerhinweisen. Der Ordnungsdienst arbeite im Schichtbetrieb, aber der Bezirk sei groß und die Aufgaben seien vielfältig.
In Neukölln wurde in Einzelfällen die Räumung auf Kosten der Hauseigentümer beauftragt.
Mittlerweile wurde vereinbart, dass die BSR die Bezirke beim Räumen von Schnee und Eis unterstützen soll.
Sonntag, 1. Februar
20:30 Uhr: Die Oder friert weiter zu
Seltener Anblick: Auf der Oder bildet sich immer mehr Eis. Mittlerweile ist die Flussoberfläche bei Reitwein (Märkisch-Oderland), südlich von Küstrin, zum Stehen gekommen. Am Nachmittag waren die Schollen auf Höhe der Stadt Lebus (ebenfalls Märkisch-Oderland) noch in Bewegung.
Größere Eisstöße - Auftürmungen von Eisplatten - wurden bislang noch nicht gemeldet. Alle Pegel am deutschen Oderabschnitt melden zudem unkritische Werte. Hochwassergefahr könnte erst dann entstehen, wenn sich die Schollen bei Tauwetter bis auf den Grund zusammenschieben und so Wasser stauen.
18:20 Uhr: Kaltes Winterwetter sorgt für schlechtere Luft
Infolge der niedrigen Temperaturen, geringer Niederschläge und des aufkommenden Windes aus Osten erwartet uns schlechtere Luft. "In Polen werden ja noch Unmengen von Kohle verbrannt", erklärte ARD-Wetterexperte Torsten Walter rbb|24. "Die dadurch ausgestoßenen Schadstoffe könnten sich in der Luft ansammeln." Auch der höhere Energieverbrauch, vor allem durchs Heizen hierzulande sorgt für schlechtere Luftqualität.
Aber: Auch wenn die Luftqualität draußen nicht gut ist, sei sie besser als alte Wohnungsluft, sagt Ute Dauert vom Umweltbundesamt. Sie rät deshalb trotzdem zum Lüften.
11:45 Uhr: BSR unterstützt bei Gehweg-Räumung
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) unterstützt jetzt die Grünflächen- und Ordnungsämter dabei, Wege in der Stadt begehbar zu machen. Das teilte die Verkehrsumweltverwaltung am Sonntag mit. Die BSR stelle Streugut und und Räumwerkzeuge zur Verfügung. Zudem sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Ämter nach Möglichkeit beim Winterdienst unterstützen.
Der Fokus liege auf Supermärkten und Einkaufszentren, Arztpraxen, Apotheken, Kliniken, Schulen und Zuwegungen zum Nahverkehr.
11:10 Uhr: Es wird nachts klirrend kalt
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes und des ARD-Wetterkompetenzzentrums bleibt es in der Region Berlin-Brandenburg sehr kalt. In der Nacht zum Montag fallen die Tiefstwerte demnach auf bis zu -13 Grad, in der Nacht zum Dienstag auf bis zu -14 Grad. Auch tagsüber bleibe es immer unter dem Gefrierpunkt.
9:07 Uhr: Vereiste Hydranten behindern Feuerwehr
Die eisigen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf Löscharbeiten. Wie die Berliner Feuerwehr mitteilte, waren bei einem Einsatz in Frohnau (Reinickendorf) viele Hydranten im Umfeld eines brennenden Hotels vereist. Dennoch habe zügig eine stabile Wasserversorgung hergestellt werden können.
Gebrannt hatte der Dachstuhl eines leerstehenden Hotelgebäudes in der Oranienburger Chausee. "In dem Gebäude befanden sich glücklicherweise keine Personen", hieß es auf der Webseite der Feuerwehr. Die Löscharbeiten dauern an. Aktuell sind 55 Einsatzkräfte vor Ort.
8:23 Uhr: Kälte verschärft sich bis Dienstag
Es bleibt bei eisigen Temperaturen in Berlin und Brandenburg. Am Sonntag betragen die Höchsttemperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) minus neun bis minus vier Grad. Dabei soll es überwiegend trocken bleiben.
In der Nacht zum Montag fallen die Tiefstwerte demnach auf minus sieben bis minus 13 Grad. Für Montag rechnet der DWD mit Höchsttemperaturen von minus zehn bis minus fünf Grad. In der Nacht auf Dienstag sinken die Temperaturen bis auf minus 14 Grad.
Sonnabend, 31. Januar
18:00 Uhr: Laut BVG wieder alle Straßenbahnlinien planmäßig unterwegs
Alle 22 Straßenbahn-Linien in Berlin sind nach Angaben der BVG seit Samstagnachmittag wieder im Einsatz und planmäßig unterwegs. Lediglich auf der Linie 60 komme es im Bereich Johannisthal noch zu Einschränkungen an einzelnen Haltestellen, hieß es. Dennoch bleibe die Wetterlage weiterhin herausfordernd. Deshalb würden BVG-Mitarbeitende weiterhin durchgehend freigegebene Strecken kontrollieren, um bei Bedarf zu enteisen.
13:31 Uhr: Berliner Bibliotheken verlängern Leihfrist
Wegen der glatten Straßen und Gehwege können Bibliotheksnutzer und -nutzerinnen ihre ausgeliehenen Medien länger zuhause behalten. Die Fristen seien um 21 Tage hochgesetzt worden, heißt es auf der Webseite des Verbunds der öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB). Dazu gehören mehr als 80 Bibliotheken in Berlin.
10:04 Uhr: Trams fahren trotz Streik am Montag - aber keiner darf einsteigen
Trotz des Warnstreiks im Berliner Nahverkehr am Montag sollen Straßenbahnen im Einsatz sein - Passagiere dürfen aber nicht mitfahren. Ziel sei es, ein erneutes Einfrieren von Oberleitungen zu verhindern, hieß es von der BVG am Samstag. Einen entsprechenden Kompromiss haben Verdi und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) geschlossen, wie beide mitteilten. Verdi hat für Montag zu ganztägigen Warnstreiks im Berliner Nahverkehr aufgerufen.
Bereits in der vergangenen Woche war der Straßenbahnbetrieb in der Hauptstadt zum Erliegen gekommen - allerdings wegen des Wetters. Eisregen war an den Oberleitungen angefroren. Seitdem wird daran gearbeitet, sämtliche Leitungen wieder freizubekommen.
9:20 Uhr: Temperaturen im zweistelligen Minusbereich
Die Berliner und Brandenburger müssen sich weiter auf Frost und Minustemperaturen einstellen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts fallen die Temperaturen in den Nächten zu Sonntag und Montag in den zweistelligen Minusbereich. Die Tiefstwerte liegen demnach bei minus sechs bis minus zwölf Grad. In der Nacht zum Wochenstart erwartet der DWD lokal Schneegriesel und etwas Schnee. Auch der ARD-Wetterdienst erwartet Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.
8:57 Uhr: BSR gibt kostenlos Splitt an Privathaushalte ab
Die Berliner Stadtreinigung gibt seit Samstag kostenlos Splitt an Privathaushalte ab - solange der Vorrat reicht. Bis zu zehn Liter könnten abgeholt werden, man müsse allerdings einen eigenen Behälter mitbringen, so das Unternehmen. Die Ausgabe erfolge an zehn der 14 BSR-Höfe, am Samstag zwischen 8 und 13 Uhr, werktags bis 16 Uhr.
Splitt wird auf die Gehwege gestreut, um diese rutschfester zu machen. Ab sofort darf auch Tausalz eingesetzt werden, was normalerweise wegen der Umweltschäden verboten ist. Die Ausnahmeregelung gilt bis zum 14. Februar sowohl für die BSR und Winterdienste als auch für Grundstücksbesitzer.
8:52 Uhr: Berliner Straßenbahnen wieder fast vollständig unterwegs
In Berlin sind seit Samstagmorgen wieder fast alle Tramlinien planmäßig unterwegs. Das teilte das BVG-Lagezentrum dem rbb mit. Einschränkungen gib es derzeit noch auf den Linien M1 und M2 in Pankow, die abschnittsweise unterbrochen sind.
Auf der M1 gibt es zwischen Pastor-Niemöller-Platz und Rosenthal-Nord einen Ersatzverkehr mit Bussen, für die Unterbrechung auf der M2 zwischen Am Wasserturm und Heinersdorf dagegen ist kein Ersatzverkehr eingerichtet.
8:14 Uhr: Großer Streusalzverbrauch in Brandenburg
Im Winterdienst in Brandenburg hat das Land schon jetzt weit mehr Salz gestreut als im ganzen vorherigen Winter. Bisher seien bereits rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen Streugut verbraucht, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, Dorothée Lorenz. "Das ist ein großer Unterschied zu den letzten Jahren." Im Winter 2024/2025 reichten nach Angaben des Landesbetriebs insgesamt knapp 20.000 Tonnen zum Streuen.
Salz, mit dem die Wege von Glätte befreit würden, werde aber regelmäßig nachgeliefert. "Es würde nur knapp werden, wenn wir viele von diesen Extrem-Wetterlagen hätten." Dann müssten je nach Verkehrsaufkommen Prioritäten gesetzt werden.
Freitag, 30. Januar
19:35 Uhr: 90 Prozent des Berliner Tram-Netzes wieder befahrbar
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat sich auch am Freitag weiter um die Enteisung der Oberleitungen im Straßenbahnnetz gekümmert. Inzwischen seien rund 90 Prozent des Berliner Netzes wieder in Betrieb, teilten die Verkehrsbetriebe am Abend mit.
Demnach sind die Linien M4 und M17 wieder planmäßig bis nach Falkenberg unterwegs. Die M1 fährt im Norden wieder bis zur Endhaltestelle Schillerstraße. Im Laufe des Tages konnten die Linien 62 und 68 wieder den vollen Betrieb nach Köpenick aufnehmen. Auch die Linien 60 und 61 sind wieder in Richtung Friedrichshagen und Rahnsdorf unterwegs.
Enteist wird aktuell unter anderem noch auf den Linien 21 und 50 soiwe M1 und M2, betroffen sind vor allem Abschnitte in den Außenbezirken, etwa in Pankow, Buchholz und Rosenthal.
19:15 Uhr: BSR gibt Splitt an Privathaushalte ab
Ab Samstag können Berliner Privathaushalte kostenlos bis zu zehn Liter Splitt an bestimmten BSR-Betriebshöfen abholen. Allerdings müssen die Behälter dafür mitgebracht werden. Das sei angesichts der knappen Verfügbarkeit in den Baumärkten eine große Hilfe, sagte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Die BSR appellierte, das Angebot nur bei tatsächlichem Bedarf zu nutzen, um Ressourcen nicht unnötig zu verbrauchen. Die Betriebshöfe, an denen der Spitt abeholt werden kann, hat die BSR auf ihrer Internetseite veröffentlicht [bsr.de].
Grundsätzlich gilt, dass die Anlieger verpflichtet sind, für den Winterdienst auf den Gehwegen vor den jeweiligen Grundstücken zu sorgen. Zusätzlich ist der Winterdienst der BSR mit über 2.300 Kollegen und 540 Räum- und Streufahrzeugen auf 11.000 Kilometern Straßenland im Dauereinsatz.
18:15 Uhr: Viele Verletzte - Berliner Krankenhaus stellt Feldbetten auf
In der Evangelischen Elisabeth-Klinik in Berlin-Tiergarten mussten Feldbetten aufgestellt werden, um die zahlreichen Verletzten nach Glätteunfällen zu behandeln. Der Oberarzt im Notaufnahme-Team, Paul Waschk, sagte der rbb24 Abendschau, alleine am Freitag würden 60 bis 70 Patienten mit glatteisbedingten Sturzverletzungen erwartet. Viele Fälle seien Knochenbrüche, bei denen eine Operation notwendig sei. Die eigentlichen 150 Betten des Unfallkrankenhauses waren den Angaben zufolge bereits am Mittag belegt.
17:45 Uhr: Umweltschützer kritisieren Tausalz-Einsatz
Der Naturschutzbund (Nabu) in Berlin hat die Erlaubnis zum Einsatz von Streusalz auf glatten Gehwegen als "Schnapsidee" kritisiert. "Mir ist es unverständlich, warum man da nicht einfach auf das gute alte Streuen mit Sand oder Split zurückgreift", sagte Geschäftsführerin Melanie von Orlow im rbb24 Inforadio. Salz führe zu Korrosion an Gebäuden, an Fahrzeugen oder an Beton, die Tierwelt und die Bäume würden darunter leiden. Außerdem funktionere Salz nur bis minus acht Grad "einigermaßen gut".
17:20 Uhr: Hunderte Beschwerden über mangelhaften Winterdienst
Die Berliner Bezirke bekommen derzeit deutlich mehr Beschwerden über mangelhaften Winterdienst auf Wegen und Straßen als in vergangenen Wintern. Das hat eine Abfrage des rbb bei allen Bezirksämtern ergeben.
Die meisten Beschwerden verzeichnet Pankow. Hier gab es nach Angaben des Bezirks seit Jahresbeginn 464 Meldungen über nicht oder schlecht vom Eis geräumte Bürgersteige, deutlich mehr als in den letzten beiden Wintern zusammen. Reinickendorf meldet aktuell 385 Beschwerden, Tempelhof-Schöneberg 317, Marzahn-Hellersdorf 250. Die wenigsten Verstöße gegen die Räumpflicht auf Gehwegen verzeichnet der Bezirk Neukölln mit 143 Fällen.
Mehrere Bezirke haben Mängel im Winterdienst durch die BSR beseitigen lassen, die Kosten dafür werden den Grundstückseigentümern, die für die Räumung der Gehwege zuständig sind, in Rechnung gestellt. Wird die Räumpflicht missachtet, können die Bezirke auch Bußgeldverfahren anstrengen.
14:50 Uhr: Berliner Senat erlaubt ab sofort Tausalz auf vereisten Gehwegen
Angesichts der gefährlich vereisten Gehwege in Berlin erlaubt der Berliner Senat ab sofort den Einsatz von Tausalz. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat dafür die rechtliche Voraussetzung geschaffen. Außerdem übernimmt sie zentral die Steuerung zur Bekämpfung der extremen und anhaltenden Glatteis-Situation.
14:15 Uhr: Reichstagskuppel wegen Glatteis geschlossen
Die Kuppel auf dem Reichstagsgebäude in Berlin sowie die Dachterrasse sind wegen des Winterwetters gesperrt. Das teilte die Bundestagsverwaltung mit. Die Sperre soll angesichts der anhaltenden Minusgrade voraussichtlich auch für das Wochenende gelten.
Grund sei Unfallgefahr aufgrund von Glatteis. Üblicherweise ist die vom britischen Star-Architekten Sir Norman Foster entworfene Kuppel aus Stahl und Glas im Winter von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
13:55 Uhr: Zeitweise alle Rettungswagen in Berlin im Einsatz
Die Berliner Feuerwehr gerät wegen der hohen Zahl von Glätteunfällen immer wieder an der Belastungsgrenze. Nach ihren Angaben gilt seit Donnerstagabend die sogenannte Auslastungsstufe 3. Das heißt, dass grundsätzlich "nur noch sehr wenige Rettungswagen verfügbar" sind. Zeitweise seien alle Rettungswagen der Feuerwehr im Einsatz gewesen, so dass nicht alle anfallenden Patientenfahrten geleistet werden konnten.
Wie ein Sprecher dem rbb sagte, wurden Freiwillige Feuerwehren alarmiert, um selbst Rettungsdienste zu fahren oder Kapazitäten bei Berufsfeuerwehren für weitere Rettungswagen freizusetzen. Stadtweit stünden 140 Rettungswagen zur Verfügung, 20 mehr als normalerweise üblich.
12:10 Uhr: Tourismusverband warnt vor Schlittschuhlaufen im Spreewald
Im Spreewald warnt der Tourismusverband vor dem Betreten der Fließe, diese seien nicht zugefroren. Eine offizielle Freigabe für das Schlittschuhlaufen gebe es nicht. Um auf Kufen von Ort zu Ort auf den Fließen fahren zu können, müsse es durchgängig 14 Tage lang zweistellige Minusgrade haben, erklärte ein Sprecher. "Das ist ein sehr seltenes Schauspiel." Auch von der Stadt Lübbenau hieß es, die Fließe seien nicht so zugefroren, dass das Eis trage.
09:40 Uhr: Wegner wegen Streusalz-Vorstoß verhöhnt
Die Forderung des Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf der Plattform X nach einer schnellen Gesetzesänderung, um in Berlin den schnellen Einsatz von Streusalz auf eisglatten Gehwegen zu ermöglichen, hat teils höhnische Kommentare geerntet.
"Ein Regierungschef, der über X um Mehrheiten für Selbstverständlichkeiten bettelt, ist politisch am Ende", schrieb der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki auf X. Wegners Parteikollege Armin Laschet amüsierte sich auf X darüber, dass sich selbst Grünen-Politiker aus Baden-Württemberg über Berlin lustig machten. "Und nein, es ist keine überraschende Wetterkrise: Man nennt es Winter", postete er.
In Berlin ist der Einsatz von Streusalz und anderen Taumitteln aus Umweltgründen weitgehend verboten, stattdessen können etwa Split und Sand zum Einsatz kommen.
07:59 Uhr: Neue Straßenbahn-Abschnitte enteist und wieder befahrbar
Die Straßenbahnlinien M6, 16 und 27 fahren wieder auf der kompletten Strecke. Die Oberleitungen auf bislang fehlenden Abschnitte seien im Laufe der Nacht erfolgreich vom Eis befreit worden, teilte die BVG am Freitagmorgen mit.
Züge der M6 und der 16 fahren damit wieder ab Landsberger Allee/Rhinstraße in Richtung Mitte beziehungsweise Friedrichshain. Die Linie 27 ist wieder wie gewohnt zwischen Weißensee, Pasedagplatz und Mahlsdorf Süd unterwegs. Alle Streckenabschnitte, die am Donnerstag in Betrieb waren, konnten über Nacht freigehalten werden, so die BVGweiter. "Alles, was gestern fuhr, fährt auch heute Morgen." Der U-Bahn und Busverkehr laufe planmäßig und stabil.
Die BVG-Teams arbeiteten mit "größter Intensität" daran, die Außenbezirke weiter anzubinden, hieß es weiter. Aktuell werde vor allem in Falkenberg, Mahlsdorf und Friedrichshagen an der Enteisung der Oberleitungen gearbeitet. Fahrgästen sollten vor Fahrtantritt in der App oder auf der Homepage der BVG nachschauen, welche Bahnen unterwegs seien, empfehlen die Verkehrsbetriebe. In den Außenbezirken gebe es Ersatzverkehr mit Bussen "zur Unterstützung des Angebots".
07:42 Uhr: Auch das Wochenende wird frostig
Am Wochenende bleibt es frostig in Berlin und Brandenburg. Von Tag zu Tag wird es kälter. Am Freitag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Höchstwerte von minus drei bis plus ein Grad. Lokal könne Schneegriesel sowie gefrierender Sprühregen auftreten. Im Südwesten Brandenburgs ist demnach auch mit etwas Schnee zu rechnen. Weiterhin besteht laut DWD am Freitag Glättegefahr. Es bleibt also glatt auf den Straßen.
In der Nacht zum Samstag sinken die Temperaturen auf Tiefstwerte von minus zwei bis minus fünf Grad. Am Samstag soll es laut DWD bedeckt und weitgehend trocken bleiben. Die Höchstwerte liegen bei minus fünf bis null Grad.
Auch in der Nacht zum Sonntag soll es weitgehend niederschlagsfrei bleiben. Die Tiefstwerte erreichen minus sechs bis minus zehn Grad. Am Sonntag soll es stark bewölkt sein, jedoch überwiegend trocken bei maximal minus acht bis minus vier Grad.
07:39 Uhr: Tramverkehr immer noch stark eingeschränkt
An Tag fünf nach dem Eisregen meldet die BVG immer noch auf einem Großteil der Berliner Tramlinien Ausfälle und Unterbrechungen "bis auf Weiteres" [bvg.de]. Betroffen sind M1, M2, M4, M5, M6, M17, 12, 16, 21, 27, 50, 60, 61, 62, 63, 67 und 68.
Donnerstag, 29. Januar
18:30 Uhr: BVG konzentriert sich auf Tram-Verkehr in Außenbezirken
Die vereisten Oberleitungen der Straßenbahnen wird die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auch in der Nacht und am Freitag beschäftigen. Im Fokus der Arbeiten stehen für die nächsten Stunden der M4-Streckenast nach Falkenberg, die Linie 27 im Bereich Suermondstraße und die weitere Anbindung in Friedrichshagen durch die Linie 60 (Altes Wasserwerk), wie die BVG mitteilt.
Am Freitag würden die Teams weiter die Anbindungen der Außenbezirke priorisieren. Dann soll an Streckenabschnitten der Linien M2, 21 und 62 gearbeitet werden. Aktuell sind laut BVG gut drei Viertel des Berliner Tram-Netzes befahrbar.
16:00 Uhr: Wegner will Streusalz-Einsatz auf Berlins Gehwegen ermöglichen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) fordert eine schnelle Gesetzesänderung, um den Einsatz von Streusalz auf eisglatten Gehwegen zu ermöglichen. "Wir erleben in Berlin extreme Wetterbedingungen - mit Eisregen und anhaltendem Frost. Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen", postete er auf X. Umwelt- und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte das Parlament in der Plenarsitzung zuvor ebenfalls aufgefordert, das Straßenreinigungsgesetz dahingehend zu verändern.
13:43 Uhr: Unfallkrankenhaus: "volles Haus" wegen Glätte
Wegen der seit Tagen anhaltenden Glätte werden im Berliner Unfallkrankenhaus derzeit viele Menschen behandelt. "Wir haben jeden Tag volles Haus", sagte Sprecherin Angela Kijewski. Täglich gibt es demnach zwischen 30 und 40 Menschen, die wegen Glätteunfällen behandelt werden müssen. Sowohl die Betten als auch die Kapazitäten des Personals seien mehr als ausgelastet. "Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch."
Derzeit gibt es demnach viele Menschen mit Knochenbrüchen, vor allem an den Händen, da Stürzende sich vor allem damit abstützen. Häufig seien aber auch Gehirnerschütterungen durch Stürze auf den Hinterkopf sowie Gesichts- und Hüftverletzungen. Es habe zudem auch schon Stürze gegeben, an denen Menschen knapp an einer Querschnittslähmung vorbeigekommen seien, sagte Kijewski. Durch den Sturz auf spiegelglattem Boden könne man sich auch schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zuziehen.
"Passt auf euch auf und verhaltet euch an die Lage angepasst", appellierte sie. So sollte man vernünftiges Schuhwerk tragen und am besten Spikes an den Schuhen befestigen - das sorge für einen besseren Halt. Außerdem empfahl sie den "Pinguingang": Mit dem Oberkörper etwas nach vorn gebeugt sowie leicht gebeugten Knien über vereiste Flächen gehen.
Die Altersgruppen, die aufgrund der Glätte derzeit behandelt werden müssen, seien bunt gemischt. Zwar gebe es vor allem ältere Menschen, aber auch einige junge Menschen befänden sich in der Klinik. Zudem gebe es einige Fahrradstürze. Davor könne sie nur warnen: "Bitte nicht mit dem Fahrrad fahren bei diesem Wetter."
13:20 Uhr: Berlin prüft neue Regeln für Taumittel bei Glatteis
Wegen der anhaltenden Glätte auf den Berliner Straßen ist am Donnerstag im Abgeordnetenhaus der Umgang mit Taumitteln besprochen worden. Derzeit gebe das Berliner Straßenreinigungsgesetz keine Handlungsmöglichkeit, um kurzfristig Taumittel auf den Straßen und Gehwegen einzusetzen, erklärte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU).
Als Lösung des Problems sei erwogen worden, nach dem Vorbild der Stadt Hamburg, eine Ermächtigungsgrundlage für die zuständige Senatorin im Straßenreinigungsgesetz einzubringen. Zukünftig sei es dann möglich, im Falle von Glatteis kurzfristig Taumittel wie Streusalz einzusetzen.
Die Verkehrssenatorin betont die Auswirkungen von Taumitteln auf die Umwelt und das Grundwasser, sieht jedoch die Notwendigkeit bei einer "Gefahr für Leib und Leben". Neben dem Schutz der Bürger und Bürgerinnen, sollen durch den notwendigen Einsatz von Taumitteln die Krankenhäuser entlastet werden.
Auch in Brandenburg ist der Einsatz von Streusalz in den meisten Kommunen verboten.
13:05 Uhr: Drei Viertel des Tram-Netzes wieder befahrbar
In Berlin können wieder mehr Straßenbahnen fahren. Rund drei Viertel des Netzes ist laut BVG mittlerweile wieder befahrbar. Demnach sind auch die Linien 12, 27 und 37 wieder im Einsatz. Zunächst nur im 10-Minutentakt fahren die Linien M8 (jetzt auch wieder auf ganzer Strecke) und 16.
8:54 Uhr: Regional- und Fernverkehr zwischen Berlin und Rostock fällt teilweise aus
Aufgrund der winterlichen Temperaturen kann es im Laufe des Donnerstags bei der Deutschen Bahn im Regional- und Fernverkehr zu vereinzelten Verspätungen und Zugausfällen kommen. Diese sollen bis voraussichtlich 16 Uhr andauern. Dies schreibt die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite. Betroffen sind die Linien RE3 und RE30 sowie die Linie RE5 sowie der IC- und ICE-Fernverkehr zwischen Berlin - Neustrelitz - Rostock -Warnemünde [karte.bahn.de]:
- RE3 Stralsund - Greifswald/Schwedt (Oder) - Angermünde – Berlin – Jüterbog - Lutherstadt Wittenberg
- RE30 Stralsund - Greifswald - Pasewalk - Angermünde
- RE5 Stralsund / Rostock - Neustrelitz - Berlin Südkreuz
- IC- und ICE-Fernverkehr zwischen Berlin - Neustrelitz - Rostock -Warnemünde
- Auch die Ersatzverkehre mit Bussen sind von der Witterung betroffen
Fahrgäste werden gebeten, sich per DB-App, VBB-App oder den entsprechenden Fahrplanauskünften online vorab zu informieren.
8:23 Uhr: BVG verkündet Fortschritte bei Tram-Reparaturen
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) melden am Donnerstagmorgen auf ihrer Webseite, dass im Laufe der Nacht und am Morgen erneut weitere Streckenabschnitte wieder in Betrieb genommen werden konnten. So seien wieder Straßenbahnen auf den Linien 12, 27 und 37 unterwegs sowie die Gegend um den Berliner Hauptbahnhof komplett befahrbar. Die Änderungen würden auch direkt in die Fahrplanauskunft der BVG übernommen, hieß es.
Ebenso bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen stellenweise noch erhalten und wird punktuell verstärkt. Dies betrifft die SEV-Linien:
- M1 Rosenthal - Pastor-Niemöller-Platz
- 50 S+U Pankow - Buchholz
- 62 Müggelheimer Str. - S Mahlsdorf
- 68 S Grünau - Schmöckwitz (über Adlergestell, eine Führung über Karolinenhof ist aufgrund der aktuellen Straßenverhältnisse nicht möglich)
Das Unternehmen teilte auch mit, dass derzeit intensive Arbeiten liefen, um den Straßenbahnbetrieb in Richtung Friedrichshagen sowie auf der M8 in Richtung Wuhletalstraße wieder aufzunehmen. Eine konkrete Zeit für die Fertigstellung nannte die BVG bisher aber nicht.
8:14 Uhr: Experte regt automatische Methode für eisfreie Leitungen an
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen sich nach Meinung eines Experten besser auf ein Wetterphänomen wie den Eisregen vorbereiten. Der frühere Professor für Schienenfahrzeuge, Markus Hecht, der im BVG-Aufsichtsrat sitzt, sagte dem rbb, die BVG brauche eine "automatische Methode", die sehr viel schneller und mit weniger Personal die Linien "wieder flott" bekomme. Derzeit habe es viel zu lange gedauert.
Da gäbe es verschiedene Ideen, über die jetzt beraten werden müsse. In einer sogenannten Klimakammer müsse das dann getestet werden, sagte Hecht. Dafür seien viele Monate intensiver Arbeit nötig. Das vor allem im Osten Berlins vorhandene Straßenbahnnetz der BVG war wegen vereister Stromleitungen seit Montag tagelang zusammengebrochen. Die Leitungen mussten dann per Handarbeit vom Eis befreit werden.
Hecht sagte, die BVG sei auf so eine Situation nicht vorbereitet gewesen. Allerdings ließe sich der Umgang mit so einem seltenen Wetterphänomen auch schlecht trainieren. Man könne der BVG daher keinen Vorwurf machen. Nun werde man sich aber mit Sicherheit verbessern. Auch die S-Bahn habe lange gebraucht, auch mit Versuchen in einer Klimakammer in Wien, um die Wetterprobleme besser in den Griff zu bekommen.
7:15 Uhr: Überfrierende Nässe sorgt weiter für glatte Straßen und Wege
Trotz überfrierender Nässe ist es am Donnerstagmorgen in Berlin und Brandenburg ruhig auf den Straßen. In der Nacht kam es nur vereinzelt zu kleineren Glätteunfällen mit Blechschäden, wie die Leitstellen der Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Doch Fahrerinnen und Fahrer im morgendlichen Berufsverkehr sollten weiterhin vorsichtig sein. Gefrierender Sprühregen oder Schneegriesel hat die Straßen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) vorerst fest im Griff.
Am Tag liegen die Temperaturen demnach bei minus zwei bis null Grad. Im weiteren Verlauf schneit es im Südwesten Brandenburgs. Stellenweise seien ein bis drei Zentimeter Neuschnee möglich, wie es weiter hieß. In der Nacht gehe dieser teilweise in gefrierenden Sprühregen über. Die Tiefstwerte liegen bei minus fünf Grad.
Zum Ende der Woche lassen Glättegefahr und Schneefall dann laut DWD langsam nach. Besonders in den Nächten bleibe es jedoch weiterhin frostig kalt mit Werten bis zu minus acht Grad. Ab Freitagnachmittag beruhigt sich das Winterwetter laut Vorhersage: Bei Werten von einem bis minus vier Grad lockert die dichte Wolkendecke stellenweise auf. Das Wochenende bleibt trocken und mitunter ist ein kurzer Blick durch die Wolken auf den Himmel möglich.
6:32 Uhr: Straßenbahnverkehr: Einige Stadtteile noch abgeschnitten vom Netz
Nach dem Eisregen zu Wochenbeginn gehen in Berlin am Donnerstag immer mehr Straßenbahnlinien wieder in Betrieb.
Einige Stadtteile sind aber nach wie vor abgeschnitten, wie ein BVG-Sprecher dem rbb am Morgen sagte. Betroffen sind Hohenschönhausen, Mahlsdorf und Teile von Marzahn.
Gut zwei Drittel des Tram-Netzes werden seit Mittwochnachmittag wieder befahren - auf einigen Linien aber nur eingeschränkt. Dort werden nicht alle Haltestellen angefahren. Die Menschen müssen auf andere Verkehrsmittel oder Ersatzbusse umsteigen.
Wann das Straßenbahnnetz wieder vollständig befahren werden kann, hat die BVG bislang nicht mitgeteilt.
Die Arbeiten sind aufwendig, da die vereisten Oberleitungen per Hand freigelegt werden müssen. Die BVG bittet Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt online [bvg.de] zu informieren.
Mittwoch, 28. Januar
17:25 Uhr: Zwei Drittel des Tram-Netzes laut BVG wieder befahrbar
Laut BVG wurden im Laufe des Mittwochs Fortschritte beim Tram-Verkehr erzielt. Gut zwei Drittel des Straßenbahnnetzes seien nun wieder befahrbar, nachdem die Linien 63 und M10 am Nachmittag den Betrieb wieder aufgenommen hatten. Die aktuelle Lage sei "beispiellos", teilte die BVG zu ihrer Verteidigung des tagelangen Ausfalls einiger Linien nochmal mit. Auch nachts werde daran gearbeitet, das gesamte Netz bald wieder in Betrieb zu haben.
U-Bahnen würden auch in der Nacht zum Donnerstag die ganze Nacht über fahren, damit die Stromschienen auf überirdischen Abschnitten frei von Eis gehalten werden. Da in der Nacht kein Eisregen angesagt sei, gehe man davon aus, dass "alles was heute fährt, auch morgen fahren kann", so die BVG. Zudem werde daran gearbeitet, dass am Donnerstag wieder mehr Linien fahren können als am Mittwoch.
17:15 Uhr: M10 fährt wieder nach Testfahrten
Nach einigen notwendigen Testfahrten wurde der Betrieb auf der Linie M10 wieder aufgenommen. Das teilte die BVG rbb|24 auf Nachfrage mit. Die Testfahrten waren notwendig, um vor der "Wiederaufnahme des regulären Fahrgastbetriebs zu prüfen, ob Oberleitungen, Fahrzeuge und Anlagen nach der außergewöhnlichen Wetterlage funktionieren". Wann der Betrieb auf allen Linien wieder aufgenommen werden kann, sei noch nicht absehbar.
17:05 Uhr: Blitze an Tram-Oberleitungen
Einige Straßenbahnen sind wieder unterwegs, viele fahren mit Funken am Fahrdraht. Durch die Eisschicht auf den Oberleitungen der Tram ist die Stromübertragung unterbrochen. Die Folge: Der Strom springt durch die Luft vom Fahrdraht auf den Stromabnehmer und erzeugt einen elektrischen Lichtbogen. Diese sichtbaren Funken seien ungefährlich, auf Dauer verschleißt so jedoch die Technik schneller, sagte eine BVG-Sprecherin der "B.Z.".
13:30 Uhr: BVG testet M10-Strecke nach Enteisung
Die BVG vermeldet, dass die Wiederinbetriebnahme des Tram-Netzes voranschreite. Die Strecke der M10 sei nun zumindest schonmal enteist worden. Es werde mit ersten "Testfahrten" begonnen, bei denen auch die Straßenbahn-Fahrschule helfe. Insgesamt seien "hunderte Kolleg:innen" im Einsatz.
Noch immer sind infolge des Eises allerdings zahlreiche Linien teilweise oder ganz unterbrochen. Wann das gesamte Tramnetz wieder befahren wird, teilte die BVG bislang nicht mit.
13:10 Uhr: Deutscher Wetterdienst warnt erneut vor Glätte
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Berlin und Brandenburg ab Mittwochabend wieder vor Glätte. Es handelt sich um eine Warnung der Stufe 1, das bedeutet eine geringe Gefahr durch Reifglätte oder überfrierende Nässe. Sie gilt von Mittwoch, 18:00 Uhr bis Donnerstag, 10:00 Uhr.
8:37 Uhr: U-Bahnen fahren seit Dienstag planmäßig
Der U-Bahn-Verkehr war bereits am Dienstag wieder planmäßig angelaufen. Laut BVG fuhren die Züge der U-Bahn "die ganze Nacht durchgehend, um die Stromschienen auf den oberirdischen Abschnitten eisfrei zu halten".
7:44 Uhr: Berliner Stadtreinigung vorbereitet für weitere Frosttage
Die Berliner Stadtreinigung BSR ist eigenen Angaben zufolge mit Streusalz und Splitt auch für weitere Wochen mit Frost, Schneefall und Eis versorgt. Bei Bedarf werde nachbestellt und wieder aufgefüllt.
Rund 2.300 Beschäftigte sind demnach mit 540 Räum- und Streufahrzeugen unterwegs. Von Schnee und Eis befreit werden müssen 11.000 Arbeitskilometer auf Straßen, darunter sind auch die Stadtautobahnen sowie 1.200 Kilometer Radwege und 6.300 Haltestellen. Für die Gehwege sind die Hausbesitzer oder -bewohner zuständig.
6:44 Uhr: Auch am Mittwoch kann es glatt sein in der Region
Erneut ist am Mittwoch aufgrund von Glätte und Minustemperaturen in Berlin und Brandenburg Vorsicht geboten. Grund dafür ist leichter Frost in der Nacht bei Temperaturen zwischen minus 1 und minus 4 Grad, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD).
Im Laufe des Tages kommen lokal kleine Mengen Schneegriesel und gefrierender Sprühregen dazu. Die Höchsttemperaturen schwanken zwischen minus 1 und 2 Grad. In der Nacht zum Donnerstag kommt laut DWD Hochnebel dazu. Die Temperaturen fallen dann wieder auf minus 1 bis minus 3 Grad.
6:26 Uhr: Straßenbahnverkehr weiter eingeschränkt
Nach dem Eisregen am Montag ist der Straßenbahnverkehr in Berlin auch am Mittwoch weiterhin nicht vollständig am Netz. Wie ein BVG-Sprecher dem rbb sagte, fahren derzeit nur wenige Linien planmäßig. Bei zahlreichen Linien werden nur Teilstrecken bedient, die Fahrgäste müssen dann auf die Busse des Schienenersatzverkehrs umsteigen.
Auf zahlreichen Linien fährt gar keine Tram - betroffen sind weite Teile Köpenicks sowie Schöneweide und Hohenschönhausen. Grund dafür ist, dass die Enteisung der Oberleitungen noch nicht abgeschlossen ist. Diese sei sehr aufwendig, denn sie erfolge per Hand, so der Sprecher.
Dienstag, 27. Januar
21:15 Uhr: Glättewarnung, aber kein Eisregen in der Nacht
Die BVG setzt nach eigenen Angaben auch in der Nacht alle verfügbaren Teams ein, um die Oberleitungen des Straßenbahnnetzes vom Eis zu befreien. Der Deutsche Wetterdienst warnt für die Nacht zwar vor Glätte, weiterer Eisregen wird aber nicht erwartet.
18:05 Uhr: BVG kündigt weitere Inbetriebnahmen für die Nacht und für Mittwoch an
Laut BVG sollen in der kommenden Nacht weitere Trams durchfahren, teilweise auch, um die Oberleitungen eisfrei zu halten. Weiterhin gelte, dass die BVG daran arbeite, das Straßenbahnnetz Schritt für Schritt wieder vollständig in den regulären Betrieb zu überführen.
17:40 Uhr: BVG meldet fahrplanmäßigen U-Bahnverkehr und den Betrieb weiterer M-Linien
Laut BVG ist das U-Bahn- und Busangebot wieder planmäßig, fast alle Trammetrolinien seien wieder befahrbar.
Die Linie M8 fährt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Betriebshof Marzahn und Landsberger Allee / Petersburger Straße.
Die Linie M13 fährt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Revaler Str. und Virchow-Klinikum
Die Linie 18 verkehrt wieder planmäßig zwischen Riesaer Straße und Landsberger Allee / Petersburger Straße.
16:53 Uhr: BVG meldet für weitere Tramlinien die Aufnahme des Betriebs
Nach aktuellen Angaben der BVG fahren am Dienstagabend weitere Tram-Linien zumindest in einigen Abschnitten wieder:
Die Linie M4 fährt nur zwischen Hansastraße (Weißensee) und Hackescher Markt, nicht aber zwischen Sulzfelder Straße und Falkenberg, bzw. Zingster Straße.
Die Linie M5 fährt zwischen Hackescher Markt und Gehrenseestraße im Zehn-Minuten-Takt.
Die Linie M6 fährt nur zwischen Riesaer Straße und S-Bahnhof Marzahn, also sie fährt nicht zwischen Riesaer Straße und Hackescher Markt.
Die Linie 21 fährt nur zwischen S-Bahnhof Lichtenberg und Holteistraße.
Bei der Linie 50 ist ein Ersatzverkehr eingerichtet zwischen Guyotstraße und S+U Pankow.
Auf der Linie 62 ist ein Ersatzverkehr eingerichtet zwischen S-Bahnhof Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße.
Die Linie 68 fährt zwischen Wendenschloß und Krankenhaus Köpenick. Ein Ersatzverkehr fährt zwischen S-Bahnhof Grünau und Alt-Schmöckwitz über Schappachstraße, Lübbenauer Weg, Adlergestellt/Vetschauer Allee, Zum Seeblick.
15:30 Uhr: Sperrung rund um Berliner Fernsehturm beendet
Die Sperrungen rund um den Berliner Fernsehturm sind beendet. Industriekletterer haben die durch den Eisregen entstandenen Eiszapfen inzwischen entfernt und die damit verbundenen Absperrungen aufgehoben. Der Bereich war großflächig abgesperrrt worden, weil durch die Höhe des Turms und den Wind die Zapfen weit hätten fliegen können.
14:10 Uhr: Weitere Tram-Linien teils wieder im Einsatz
Nach Angaben der BVG bedienen die Linien M4, M5 und M6 sowie die Linien 21 und 68 wieder Teilabschnitte der Routen.
13:41 Uhr: U2 fährt wieder
Die U-Bahnlinie U2 fährt mittlerweile nach Störungen am Dienstagvormittag wieder. Ab dem Morgen war die U2 zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz in beide Richtungen unterbrochen gewesen. Grund dafür war laut BVG eine glühende Isolation einer Stromschiene gewesen.
12:01 Uhr: Ersatzverkehr auf zwei Tram-Linien
Auf der Tram-Linie 50 wurde nach BVG-Angaben ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Guyotstraße und S+U Pankow eingerichtet. Ebenfalls einen Ersatzverkehr mit Bussen gibt es auf der Tram-Linie 62 zwischen S-Bahnhof Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße. Die M5 fährt derzeit auf einem Teilabschnitt im Zehn-Minuten-Takt.
11:38 Uhr: Fernsehturm wegen möglicher herabfallender Eisstücke abgesperrt
Derzeit werden am Fernsehturm Eiszapfen entfernt. Der Bereich um den Fernsehturm ist deshalb großflächig gesperrt, da die Gefahr besteht, von herabfallendem Eis getroffen zu werden, wie die Polizei dem rbb am Dienstagmittag mitteilte. Die Eiszapfen sollen laut Polizei möglichst kontrolliert und so schnell wie möglich entfernt werden.
Gesperrt ist derzeit um den Fernsehturm die Rathausstraße, die Karl-Liebknecht-Straße bis zum Neptunbrunnen sowie die Gontardstraße, so die Polizei. Durch die Höhe des Turms und den Wind könnten die Zapfen weit fliegen, daher sei der Bereich zur Sicherheit großflächig abgesperrt worden.
10:02 Uhr: Erster Tram-Abschnitt wieder in Betrieb genommen
Nach Angaben der BVG ist der Straßenbahnverkehr in Berlin auf der Linie M5 heute teilweise wieder aufgenommen worden. Eine BVG-Sprecherin teilte dem rbb am Dienstagvormittag mit, dass Straßenbahnlinie M5 aktuell im Zehn-Minuten-Takt auf dem Abschnitt zwischen Hackescher Markt und Betriebshof Lichtenberg unterwegs ist. Erste Fahrten seien gut angelaufen.
Parallel arbeiten laut BVG mehrere Teams an der Wiederaufnahme weiterer Tram-Streckenabschnitte.
Schwierigkeiten bereiten auch die Information und die Verbindungssuche der Fahrgäste über Apps und Internetseiten der BVG. Wegen der extremen Wetterlage in ganz Deutschland und den außergewöhnlich vielen Anfragen kämen die IT-Systeme der externen Firma an ihre Grenzen, hieß es von der BVG.
8:12 Uhr: U2 zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen
Die U-Bahnlinie U2 ist derzeit zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen. Grund dafür sind laut BVG glühende Isolatoren von Stromschienen. Möglicherweise sei dies eine Folge der erfolgten Einteisung. Zuvor sagte eine BVG-Mitarbeiterin gegenüber dem rbb, eine Stromschiene habe gebrannt.
Zuvor hatte die BVG am Dienstagmorgen verkündet, dass die U2 wieder planmäßig fahre, nachdem sie am Montag wegen vereisten Stromschienen ausgefallen war.
7:22 Uhr: Tram-Linie M5 zeitnah teilweise wieder am Netz
Die Tram-Linie M5 soll laut BVG demnächst wieder mit einem Notverkehr ans Netz gehen. Das sagte ein Mitarbeiter des BVG-Enstörungsdienstes dem rbb. Das gesamte Straßenbahnnetz werde vermutlich erst morgen wieder in Betrieb sein.
Am Vormittag bleibe der übergreifende Straßenbahnverkehr aber auf jeden Fall weiter eingestellt, teilte die BVG am Montagabend mit. "Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegen, bildet sich immer wieder neues Eis. Die Enteisung der Oberleitungen dauert daher an", hieß es von den Berliner Verkehrsbetrieben. "Wir tun mit allen verfügbaren Kräften alles dafür, den Straßenbahnverkehr so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen", teilte die BVG-Betriebschefin für U-Bahn und Tram, Meike Brännström, am Montag mit.
7:18 Uhr: U-Bahn in Berlin fährt wieder planmäßig
Die U-Bahnlinie U2 fährt am Dienstagmorgen den Angaben zufolge wieder planmäßig. Am Montag war sie noch von vereisten Stromschienen betroffen. Durch einen nächtlichen Einsatz einiger Mitarbeiter seien die Stromschienen aller oberirdischen U-Bahnstrecken nun wieder vollständig enteist, teilte die BVG am Dienstagmorgen mit.
6:38 Uhr: Es bleibt glatt in der Region
Menschen in Berlin und Brandenburg sollten weiterhin vorsichtig auf den Straßen sein - es herrscht Glättegefahr. Auf den Straßen in der Region ist es nach Polizeinangaben am Dienstagmorgen bislang nicht zu größeren Unfällen aufgrund der Witterung gekommen.
Der Dienstag startet mit etwas Schneefall oder leichtem gefrierendem Sprühregen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Außerdem sorgt demnach überfrierende Nässe für rutschige Straßen und Gehwege. In der Prignitz besteht laut DWD bis zum Morgen erhöhte Glättegefahr. Ab Mittag soll es trocken bleiben. Die Temperaturen erreichen minus 1 bis 1 Grad.
Auch in den nächsten Tagen erwartet der Wetterdienst Minusgrade.
6:23 Uhr: Weiterhin kein Tram-Verkehr in Berlin
In Berlin fährt auch am Dienstagmorgen weiter keine Straßenbahn. Der Verkehr bleibt auf jeden Fall am Vormittag weiter eingestellt, wie es von der BVG-Sprecherin hieß. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegen, bildet sich laut BVG immer wieder neues Eis an den Oberleitungen.
6:10 Uhr: Busverkehr in der Uckermark rollt wieder an
In der Uckermark rollt der Busverkehr nach den witterungsbedingten Ausfällen am Dienstag wieder an. Wie ein Sprecher der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) dem rbb sagte, ist geplant, alle Fahrzeuge am Morgen wieder planmäßig fahren zu lassen.
Auch die Deutsche Bahn teilte mit, dass ihr Fernverkehr größtenteils wieder regulär fahre. Die Lage hat sich nach Angaben eines Bahnsprechers deutlich verbessert. Der Fernverkehr Richtung Ostsee wurde mit Einschränkungen wieder aufgenommen. Wegen vereister Oberleitungen können einzelne Verbindungen zwischen Berlin und Rostock sowie Stralsund und zwischen Berlin und Binz ausfallen.
Montag, 26. Januar
22:15 Uhr: Nach wie vor Einschränkungen bei der U2
Die U-Bahnlinie U2 ist nach wie vor von vereisten Stromschienen betroffen und weiterhin zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz sowie zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen. Am Abend endeten die Züge in Richtung Osten teilweise bereits am Bahnhof Zoologischer Garten und nicht erst am Wittenbergplatz. Ein Stromschienen-Schmierzug ist im Einsatz, um die Stromschienen zu enteisen.
Alle anderen U-Bahn-Linien sowie der Busverkehr sind aktuell weitgehend ohne Beeinträchtigungen unterwegs. Vereinzelt kann es laut der BVG aufgrund von Glätte noch zu kurzfristigen Einschränkungen oder Verzögerungen kommen.
20:30 Uhr: FU-Meteorologe erwartet keinen Eisregen mehr
In den kommenden Tagen wird es voraussichtlich keinen Eisregen mehr geben. Das sagte Uwe Ulbrich vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin am Abend in rbb24 spezial. Allerdings kann es demnach noch etwas schneien. Die Temperaturen sollen sich weiter um den Gefrierpunkt herum bewegen. Modelle zeigten aber, dass es zum nächsten Wochenende wieder kälter werden soll, so Ulbrich.
17:25 Uhr: Auch Dienstagvormittag noch kein Tram-Verkehr
In Berlin sollen auch Dienstagvormittag noch keine Straßenbahnen fahren. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Montag mit. Die vereisten Oberleitungen müssten manuell enteist werden. Dafür seien derzeit drei Turmwagen im Einsatz, so die BVG. Solange sich die Temperaturen kaum über null Grad bewegten, bilde sich immer wieder neues Eis.
Auf einzelnen Abschnitten sind den Angaben zufolge wieder erste Straßenbahnen unterwegs – allerdings ohne Fahrgäste. Wann ein regulärer Betrieb wieder möglich sei, könne derzeit nicht abgesehen werden.
17:15 Uhr: Mehr Patienten in Kliniken - aber keine Versorungsprobleme
Sowohl das Unfallklinikum Berlin (UKB) als auch der Klinikkonzern Vivantes haben wegen Glätte-Unfällen in der Hauptstadt zwar ein erhöhtes Patientenaufkommen, es gebe aber keine Probleme bei der Patientenversorgung. Die Menschen hätten sich insgesamt gut auf die Wettersituation eingestellt, sagte die UKB-Pressesprecherin dem rbb. Auch das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam meldete keine besondere Überlastung infolge des Wetters.
16:45 Uhr: Erste Geburt in Gubener Krankenhaus seit 25 Jahren wegen der Glätte
Weil der Rettungswagen wegen eisglatter Straßen Guben (Spree-Neiße) nicht verlassen konnte, ist im dortigen Krankenhaus erstmals seit 25 Jahren wieder ein Kind zur Welt gekommen. Das teilte das Krankenhaus Naemi-Wilke am Montag mit. Dem Kind und der Mutter gehe es gut, die Geburt sei ohne Komplikationen verlaufen.
15:55 Uhr: Berliner Fußball-Verband sagt Spiele bis einschließlich Mittwoch ab
Weil zahlreiche Sportanlagen witterungsbedingt gesperrt wurden, hat der Berliner Fußball-Verband (BFV) alle Pflicht- und Freizeitspiele bis einschließlich Mittwoch abgesagt. Die spielleitenden Ausschüsse hätten sich auf die Generalabsage verständigt, so der BFV am Montag. Das betrifft die Spielklassen ab der sechsten Liga abwärts.
15:50 Uhr: Parks und Schlösser öffnen Dienstag wieder
Die Parkanlagen und die darin befindlichen Schlösser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) öffnen am Dienstag wieder regulär für Besucher. Teilabsperrungen von Gefahrenbereichen seien aber nicht auszuschließen, teilte die Stiftung mit. Wegen der Glätte hatte die Stiftung am Montag unter anderem die Parks und Schlösser Charlottenburg und Sanssouci geschlossen.
14:36 Uhr: Wegner nimmt BVG in Schutz
Nach dem Komplettausfall des Berliner Straßenbahnnetzes hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die BVG in Schutz genommen. "Dass auch eine Straßenbahn bei solchen Wetterlagen in bestimmte Probleme kommt, das ist nicht auszuschließen", sagte Wegner dem rbb.
Der Berliner Fahrgastverband IGEB verweist dagegen auf Städte wie Potsdam oder Frankfurt (Oder), wo der Tramverkehr trotz identischer Bedingungen nicht beeinträchtigt sei. Laut BUND wurden etwa in Potsdam zuerst ältere Tatra-Bahnen eingesetzt, die weniger störanfällig auf vereiste Stromleitungen reagieren. Diese würden dann die Leitungen freiräumen, danach könnten auch die auf Eis stärker reagierenden modernen Straßenbahnen wieder problemlos fahren.
14:20 Uhr: U3 fährt wieder zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke
Die U3 hat ihren Betrieb zwischen den U-Bahnhöfen Breitenbachplatz und Krumme Lanke wieder aufgenommen. Das teilte die Verkehrsinformationszentrale Berlin mit. Die Strecke war aufgrund der Witterung seit 4 Uhr unterbrochen.
13:02 Uhr: Erstmals gesamter Tram-Verkehr wegen Eis eingestellt
Laut BVG ist es das erste Mal in der Geschichte des Unternehmens, dass wegen Eis-Bildung der gesamte Straßenbahnbetrieb eingestellt werden musste. Auch am Mittag war noch nicht absehbar, wann der Betrieb wieder anlaufen kann.
Nach Angaben der BVG gibt es stündliche Tests. Dazu gebe es Erkundungsfahrten und auf der Straße daneben Kranwagen, um die Bahnen im Zweifel wieder befreien zu können.
Der Schneeregen habe sich unmittelbar an den Oberleitungen festgesetzt und ist dort gefroren. Technische Möglichkeiten, das zuverlässig zu verhindern, stehen derzeit nicht zur Verfügung, wie eine Sprecherin auf rbb-Nachfrage erklärte.
12:56 Uhr: A100-Tunnel wieder frei, immer noch Stau
Auf der Berliner A100 ist der Tunnel Grenzallee wieder frei. Er war in der Nacht wegen Glatteis gesperrt worden. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale gibt es aber noch einen langen Stau ab Treptower Park.
Laut der Tunnelleitzentrale hatte sich eine starke Eisschicht im Tunnel gebildet. Die Berliner Stadtreinigung musste erneut anrücken, um die Fahrbahn freizubekommen.
Die Berliner Polizei zählte im Vergleich zum vorigen Montagmorgen deutlich mehr Verkehrsunfälle - rund 150. Vor einer Woche lag die Zahl bei etwas mehr als 60, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. Gezählt wurden die Unfälle von jeweils 4 Uhr morgens bis 11 Uhr. Verletzt wurden am heutigen Montag zwei Personen.
12:35 Uhr: Busverkehr in der Uckermark entfällt komplett
Laut der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft entfällt der Busverkehr in der Uckermark am gesamten Montag. Das teilte das Unternehmen dem rbb mit.
12:15 Uhr: Müllentsorgung in Märkisch-Oderland entfällt am Montag
Im Landkreis Märkisch-Oderland findet am Montag aufgrund der Witterung keine Abfallentsorgung statt. Das teilte der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland mit. Auch die Sperrmüllabholung entfalle. Eine Nachentsorgung soll am Dienstag stattfinden.
11:51 Uhr: BVG sagt Neujahrsempfang ab
Mit dem Verweis auf die Wetterlage hat die BVG ihren für heute geplanten Neujahrsempfang abgesagt. Der Fokus der Arbeit liege auf den Herausforderungen im Betrieb unter diesen Frost-und Glatteisbedingungen, teilte das Unternehmen mit. Die volle Aufmerksamkeit gelte derzeit dem sicheren und zuverlässigen Betrieb sowie den Kolleg*innen im Fahrdienst und in der Technik, die unter teils schwierigen Bedingungen im Einsatz sind, hieß es.
11:42: Weiter Einschränkungen bei U-Bahn-Linien U2 und U3
Bei den Berliner U-Bahnen bestehen am späten Montagvormittag laut BVG aufgrund des Glatteises und Frostes noch immer Einschränkungen auf den oberirdischen Streckenabschnitten der U2 und U3. So sei der Linienverkehr derzeit auf der U3 zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke sowie auf der U2 zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz sowie zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen. Die U3-Bahnen aber könnten auf dem überirdischen Abschnitt zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße fahren.
11:11 Uhr: A100-Tunnel wegen starker Eisschicht gesperrt
Auf der Berliner Stadtautobahn A100 ist der Tunnel Grenzallee Richtung Norden seit der Nacht gesperrt. Grund ist Straßenglätte, wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) Berlin mitteilte. Der Verkehr staut sich ab Treptower Park; die Stauzeit liegt derzeit bei mehr als einer Stunde.
Laut der Tunnelleitzentrale hat sich eine starke Eisschicht im Tunnel gebildet. Die Berliner Stadtreinigung versuche nun erneut, den Tunnel freizubekommen. Wann er wieder freigegeben wird, könne man noch nicht sagen, hieß es auf rbb-Anfrage.
Die Berliner Polizei zählte im Vergleich zum vorigen Montag deutlich mehr Verkehrsunfälle - rund 100. Vor einer Woche lag die Zahl bei etwas mehr als 60, wie ein Polizeisprecher dem rbb sagte. Gezählt wurden die Unfälle von jeweils 4 Uhr morgens bis 9 Uhr.
10:29 Uhr: Busverkehr in der Uckermark mindestens bis 14 Uhr eingestellt
In der Uckermark fahren vorerst bis 14 Uhr keine Busse mehr - die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft hat die Frist jetzt noch einmal bis in den Nachmittag verlängert.
Witterungsbedingte Ausfälle und Verspätungen kündigten auch die regionalen Busunternehmen in Märkisch-Oderland, Oder-Spree und im Barnim an.
Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr auf den Linien RE3, RE55 und RE30 bis auf Weiteres eingestellt.
Und auch die Niederbarnimer Eisenbahn meldet Einschränkungen - auf der Bahnstrecke Eberswalde-Joachimsthal fallen bis heute Mittag alle Regionalzüge aus.
10:23 Uhr: Straßenbahnfahrer stecken seit Stunden in Trams fest
Der Straßenbahnverkehr in Berlin ist aufgrund vereister Oberleitungen und Gleise bis auf weiteres eingestellt - Dutzende Bahnen traf die Wetterlage während der Fahrt. Rund 40 Trams hätten es nicht mehr ins Depot geschafft und steckten nun auf dem Streckennetz fest, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe mit.
Mancherorts harren Fahrerinnen und Fahrer deshalb schon seit Stunden in den Fahrzeugen aus, um sie zu bewachen. Einige hätten dafür auch ihre Schichten verlängert.
Wann der Tramverkehr wieder anläuft, ist derzeit offen. Techniker arbeiteten unter Hochdruck daran, die Strecken wieder frei zu kriegen, hieß es.
9:51 Uhr: Störungen auch im Regionalverkehr der Bahn
Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn kommt es witterungsbedingt zu Verspätungen und Ausfällen. Betroffen sind die Linien RE3, RE4, RE5, RE6, RE7, RB20, RB22, RB23 und RB24, wie es auf der Internetseite der Bahn heißt [dbregio-berlin-brandenburg.de]. Auch die Flughafen-Linie FEX ist betroffen.
9:46 Uhr: Busse in Potsdam fahren wieder
In Potsdam läuft der Busverkehr wieder an. Es könne aber noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen, heißt es von den Stadtwerken. In der Uckermark bleibt der Busbetrieb dagegen weiter ausgesetzt.
In Brandenburg an der Havel war der Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt. In anderen Landkreisen, etwa in Oder-Spree oder im Barnim, kann es nach Angaben örtlicher Bus- und Verkehrsgesellschaften zu Ausfällen und Verspätungen kommen.
09:37 Uhr: Verspätungen und vereinzelte Ausfälle am BER
Wegen des Winterwetters kommt es auch am Flughafen BER in Schönefeld zu Einschränkungen. Grund ist, dass eine der beiden Start- und Landebahnen vereist ist und behandelt werden muss, wie ein Sprecher sagte. Derzeit kann der Flugverkehr deshalb nur über die andere Bahn abgewickelt werden. Es kommt vereinzelt zu Flugausfällen und Verspätungen [ber.berlin-airport.de].
09:25 Uhr: Unwetterwarnungen komplett aufgehoben
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat alle Unwetterwarnungen für die Regionen Berlin und Brandenburg aufgehoben. Derzeit lägen keine Warnungen vor Glatteis mehr vor, teilte der Dienst mit. Für die vergangene Nacht und den frühen Morgen hatte der DWD in einer amtlichen Unwetterwarnung auf hohe Glatteisgefahr hingewiesen (Warnstufe 3 von 4). Regen und Nässe könnten plötzlich gefrieren, hieß es.
09:14 Uhr: S-Bahnen fahren wieder
Die witterungsbedingten Störungen im Berliner S-Bahnverkehr sind behoben. Am Morgen waren die Linien S1, S2 und S25 von Verspätungen und Ausfällen betroffen - wegen vereister Weichen im Bereich Teltow und Wannsee.
Zusätzlich erschwerte eine Streckensperrung auf der Ringbahn die Lage. Nach einer Reparatur fahren die Züge auch dort wieder, wie die Bahn mitteilte.
08:49 Uhr: Einschränkungen im Bahnverkehr
Die Deutsche Bahn hat wegen des Winterwetters mit Einschränkungen und Ausfällen im Fernverkehr zu kämpfen. Auf den Strecken Berlin - Stralsund und Berlin - Rostock können demnach aktuell keine Züge fahren. Auch zwischen Berlin und Hamburg gibt es teils Ausfälle und Verspätungen [bahn.de].
08:41 Uhr: In Berlin wird heute kein Müll abgeholt
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird am Montag wegen vereister Straßen keine Mülltonnen leeren. Wie eine BSR-Sprecherin dem rbb sagte, ist die Entscheidung schon am frühen Morgen gefallen.
Man habe von den Kollegen der Straßenreinigung die Information bekommen, dass das Streusalz wegen des Regens wieder von der Fahrbahn gespült wurde. Das schwäche die Wirkung ab. Da die Müllfahrzeuge groß und schwer seien, bestehe das Risiko, dass sie nicht durchkommen. Die Touren sollen aber nachgeholt werden, wahrscheinlich am Samstag.
8:28 Uhr: Update von der BVG in Berlin
- Tramverkehr weiter vollständig eingestellt
- U2 ist zwischen Pankow und Rosa-Luxemburg-Platz sowie Potsdamer Platz und Wittenbergplatz unterbrochen
- U3 ist zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke unterbrochen
Probleme gibt es weiterhin bei der elektronischen Fahrplanauskunft der BVG.
8:24 Uhr: Unwetterwarnung teils aufgehoben
Die amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wegen Glatteis, die zunächst für weite Teile Brandenburgs und Berlin galt, ist jetzt nur noch für den Norden Brandenburgs aktiv. Es wird aber weiter vor glatten Straßen und Wegen gewarnt [dwd.de].
08:02 Uhr: Parks und Schlösser am Montag geschlossen
Die Schlösser und Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bleiben am Montag wegen Glatteisgefahr geschlossen. Weil sich auf gefrorenen Böden gefährliche Glätte bilden könne, sei dies vorbeugend zum Schutz der Besucher entschieden worden. Betroffen sind unter anderem das Schloss Charlottenburg in Berlin und das Schloss Sanssouci und der umliegende Park in Potsdam.
07:47: Uhr: Abschnitt auf A100 gesperrt, Flüge am BER verspätet
Auch für Autofahrer gibt es Einschränkungen in Berlin: Die südliche A100 ist zwischen Grenzallee und Buschkrugallee wegen Eisglätte derzeit in beide Richtungen gesperrt, wie die VIZ mitteilte.
Am Hauptstadtflughafen BER kam es am Morgen laut den Abfluginformationen auf dem Internetportal zu Verspätungen [ber.berlin-airport.de]. Starts und Landungen werden einem Sprecher zufolge derzeit nur über eine der beiden Start- und Landebahnen abgewickelt. Die zweite Bahn werde gegen Vereisung behandelt.
07:42 Uhr: Überblick über Lage im Nahverkehr in Berlin und Brandenburg
Berlin
- Tramverkehr komplett eingestellt
- Störungen und Ausfälle bei U2 und U3
- S-Bahn: S1, S2 und S25 wegen vereister Gleise eingeschränkt/Ringbahn wegen Bauarbeiten unterbrochen [s-bahn.berlin].
Brandenburg
- Busverkehr in Potsdam und in der Uckermark eingestellt
- Tramverkehr in Brandenburg an der Havel eingestellt
- In Oder-Spree und im Barnim kann es zu Ausfällen und Verspätungen kommen
Auch beim Regionalbahnverkehr kommt es derzeit zu Verspätungen von teils bis zu einer Stunde, wie es auf der Bahn-Webseite heißt. Einzelne Verbindungen fallen demnach aus.
07:25 Uhr: Probleme mit BVG-Webseite
Von der Leitstelle der BVG hieß es auf rbb-Anfrage, dass es Probleme mit deren Webseite gebe. Dort würden die Störungsmeldungen nicht angezeigt.
Nach wie vor ist der Tramverkehr allerdings eingestellt, es gibt auch weiter Probleme im U-Bahnverkehr. Aktuell (Stand 7:20 Uhr) ist laut BVG weiterhin die U2 zwischen Alexanderplatz und Pankow sowie die U3 zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke unterbrochen.
Der Busverkehr ist demnach derzeit planmäßig unterwegs, es könne jedoch wegen der Straßenverhältnisse zu kurzfristigen Einschränkungen kommen.
6:58 Uhr: Auch in der Uckermark ist der Busverkehr eingestellt
In der gesamten Uckermark fahren bis auf Weiteres keine Busse - das hat die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mitgeteilt.
In anderen Landkreisen, etwa in Oder-Spree oder im Barnim, kann es nach Angaben der örtlichen Bus- und Verkehrsgesellschaften zu Ausfällen und Verspätungen kommen.
Die Leitstellen Oderland und Nordost sprechen von mehreren witterungsbedingten Einsätzen, ohne konkrete Zahlen nennen zu können. Auch die Einsatzfahrzeuge haben den Angaben zufolge oft Probleme, die Einsatzorte zu erreichen.
06:38 Uhr: Polizei und BSR warnen vor extremer Glätte
Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger sind für den morgendlichen Weg zur Arbeit zu besonderer Vorsicht aufgerufen.
Polizei und Berliner Stadtreinigung (BSR) warnen vor extremer Glätte. Zwar streue der Winterdienst der BSR auf wichtigen Strecken inklusive der Radstreifen, teilte das Unternehmen mit. Aufgrund starken Regens sei das Feuchtsalz aber teilweise von den Fahrbahnen gespült worden. In Nebenstraßen sowie auf vielen Rad- und Gehwegen werde zudem kein Auftaumittel eingesetzt. Hier sei es deswegen extrem glatt.
"Bitte passen Sie Ihr Verhalten den Straßenverhältnissen an", teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Autofahrer sollten die Abstände vergrößern und behutsam lenken. Überflüssige Wege und Radfahren würden am besten vermieden.
Größere oder auffällig viele Unfälle in der Hauptstadt wurden zunächst nicht bekannt.
6:32 Uhr: Auch Probleme bei der S-Bahn
Im S-Bahnverkehr sind die Linien S1, S2 und S25 von Verspätungen und Ausfällen betroffen, wie eine Bahn-Sprecherin dem rbb sagte. Grund sind vereiste Weichen.
Zusätzlich erschwert eine Streckensperrung auf der Ringbahn die Lage. Zwischen Südkreuz und Hermannstraße fahren die Linien S41 und S42 nicht mehr. Hier ist ein Gleislagefehler die Ursache, wie die Bahnsprecherin sagte.
06:10 Uhr: Unwetterwarnung vor Glatteis
Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Glatteis (dwd.de) gilt derzeit noch bis 09:00 Uhr. Sie gilt für praktisch ganz Ostdeutschland. Auch in den nächsten Stunden kommt es zu gefrierendem Regen. Vielerorts fällt auch Schnee oder Schneeregen.
06:07 Uhr: Auswirkungen in Potsdam
In Potsdam fahren zur Stunde keine Busse.
06:00 Uhr: massive Probleme im Berliner Nahverkehr
Bei der BVG kommt es derzeit zu großen Problemen. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben im gesamten Stadtgebiet den Straßenbahnverkehr eingestellt, wie es auf der Webseite der BVG heißt.
Die U3 ist eingestellt, die U2 ist zwischen Wittenbergplatz und Potsdamer Platz unterbrochen.
Bei nahezu allen Buslinien kommt es laut BVG-Störungsmelder zu Problemen.
05:40 Uhr: zahlreiche Unfälle in Brandenburg
Bis zum frühen Montagmorgen (Stand 05:30 Uhr) meldete die Brandenburger Polizei 56 Glätteunfälle mit sieben Verletzten.
Schwerpunkt ist nach Polizeiangaben bislang der Westen Brandenburgs. Unfälle gab es aber überall verteilt im Land, unter anderem in Cottbus, Brandenburg an der Havel, Potsdam, Nauen, Eberswalde, Wildau, Rüdersdorf, Ludwigsfelde und im Löwenberger Land.
05:30 Uhr: Unwetterwarnung vor Glatteis
Auf vielen Straßen und Gehwegen in Brandenburg und Berlin ist es gerade spiegelglatt.
Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für praktisch ganz Ostdeutschland herausgegeben. Auch in den nächsten Stunden kommt es zu gefrierendem Regen. Vielerorts fällt auch Schnee oder Schneeregen.
Im Straßenverkehr sind erhebliche Beeinträchtigungen zu erwarten. Wer kann, sollte aufs Autofahren verzichten und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Im ÖPNV kommt es zu massiven Störungen.
Bremen: Bremer Stahl-Konzern offenbar von Hackergruppe erpresst

Die Erpressergruppe "Akira" behauptet, Daten der Buhlmann Group erbeutet zu haben. Der Bremer Stahlhändler hat den Cyber-Angriff auf eine US-Tochter bestätigt.
Eine Hackergruppe versucht offenbar, das Bremer Handelsunternehmen Buhlmann Group zu erpressen. Die Täter behaupten, sensible Daten erbeutet zu haben. Die Gruppe "Akira" ist dafür bekannt, mit dieser Methode Lösegeld zu fordern.
Auf ihrer Darknet-Seite kündigte die Hackergruppe am 7. Januar an, 55 Gigabyte gestohlene Daten der Buhlmann Group veröffentlichen zu wollen. Darunter befänden sich unter anderem Vertraulichkeitsvereinbarungen, Kundeninformationen, Finanzdaten sowie persönliche Dokumente von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Buhlmann Group bestätigt Cyberangriff auf US-Tochter
Bei Erpressergruppen, sogenannten Ransomware-Akteuren, wie Akira haben solche Ankündigungen Methode.
Die Buhlmann Group selbst nennt keine Details zu dem mutmaßlichen Erpressungsversuch. Eine Unternehmenssprecherin bestätigt, dass eine US-Tochterfirma von einem Cyberangriff betroffen sei. Auf Anfrage von buten un binnen teilt das Unternehmen mit, dass es sich bei dem angegriffenen IT-System um ein eigenständiges, abgegrenztes und nur von der regionalen Tochtergesellschaft in den USA genutztes System handelt. "Ein Zugriff auf IT-Systeme und Daten anderer Gesellschaften, insbesondere solcher in Deutschland und der EU ist nicht erfolgt und auch nicht möglich." Es habe daher zu keiner Zeit die Gefahr bestanden, dass auf sensible oder persönliche Daten der Buhlmann Group in Deutschland, Europa oder an anderen Standorten weltweit zugegriffen wurde.
Polizei und Staatsanwaltschaft äußern sich nicht zum Vorgang und verweisen darauf, dass die Kommunikation in solchen Fällen Angelegenheit der betroffenen Firmen sei.
Rund 2.000 Mitarbeitende weltweit
Die Buhlmann Group mit Sitz in Bremen-Hemelingen handelt mit Stahlrohren und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als einer halben Milliarde Euro. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 2.000 Mitarbeitende in 23 Ländern.
International agiert auch die Erpressergruppe Akira. "Die Gruppe ist seit 2023 aktiv und wird in behördlichen Lagebildern als professioneller Ransomware-Akteur beschrieben", sagt IT-Sicherheitsrechtler Kipker. Sicherheitsbehörden berichteten, dass Akira häufig mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen angreife.
Cyberangriffe dieser Art nehmen zu. "Die Zahl der beobachteten Ransomware-Angriffe ist im Jahr 2025 weltweit um fast 50 Prozent gestiegen", sagte der Cyber-Risikomanager des Versicherers Munich Re, Martin Kreuzer, der Zeitung Handelsblatt. Die Polizei Bremen erfasst Cyber-Erpressungen erst seit zwei Jahren gesondert. Für das Jahr 2024 weist die Kriminalstatistik im Land Bremen drei Fälle aus. Aktuellere Zahlen will die Polizei im Laufe dieses Jahres veröffentlichen.
Betroffenen Unternehmen rät IT-Sicherheitsexperte Kipker zu einem schnellen und strukturierten Vorgehen: Sicherheitslücken schließen, Beweise sichern und die Kommunikation mit Strafverfolgungsbehörden sowie der Öffentlichkeit geordnet organisieren. "Rechtlich hängt viel an der Frage, ob personenbezogene Daten betroffen sind", so Kipker. In der EU seien Unternehmen verpflichtet, meldepflichtige Datenschutzverletzungen den zuständigen Aufsichtsbehörden anzuzeigen.
Bislang noch keine Daten veröffentlicht
Bislang hat Akira keine Daten der Buhlmann Group veröffentlicht. Das könnte darauf hindeuten, dass die Erpresser womöglich gar keine Daten geklaut haben oder Verhandlungen über Lösegeld laufen. "Strategisch sollte man sich nüchtern mit der Erpressungslage auseinandersetzen: Sicherheitsbehörden raten in der Regel vom Zahlen ab", sagt Kipker. Es gebe keine Garantie auf Datenrückgabe, zudem bestehe das Risiko weiterer Erpressungsversuche.
Die Akira-Gruppe bietet auf ihrer Web-Präsenz ein Kontaktformular an. Auf Anfragen von buten un binnen haben die Erpresser nicht reagiert.
Hessen: Internetknoten Rhein-Main: Groß-Gerau sagt Nein zu diesem XXL-Rechenzentrum

Für rund 2,5 Milliarden Euro wollte ein Investor in Groß-Gerau eines der bislang größten Rechenzentren in der Rhein-Main-Region bauen. Doch für die Stadtverordneten wiegen die Zweifel stärker als die Chancen durch das Projekt.
So viele Besucher wie seit Jahren nicht mehr verfolgen diese Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in Groß-Gerau vor Ort. Mehr als eineinhalb Stunden diskutieren die Parlamentarier am Dienstagabend kontrovers, dann steht fest: Mit einer Mehrheit von 18 zu 14 lehnen die Stadtverordneten es ab, dass die Stadt Groß-Gerau mit dem Investor Vantage Data Centers über städtebauliche Verträge verhandelt.
"Ich bin stolz darauf, dass wir eine so wichtige Entscheidung jetzt nicht fällen, weil uns Druck gemacht wird", zeigt sich Bürgermeister Jörg Rüddenklau (SPD) sichtlich erleichtert über das Abstimmungsergebnis. Er ergänzt, dass viele Dinge nicht zu Ende gedacht worden seien.
Plan für Brache in Gewerbegebiet Lausböhl
Worum geht's? Auf einer grauen, versiegelten und 14 Hektar großen Fläche im Groß-Gerauer Gewerbegebiet Lausböhl wollte Vantage Data Centers eigentlich ein Rechenzentrum errichten. Das Grundstück gehört Vantage. Rund 2,5 Milliarden Euro hätte der Investor in die Anlage gesteckt, die 160 Megawatt an Datenleistung liefern sollte.
Ein ähnlich großes Rechenzentrum ist derzeit in Bad Vilbel (Wetterau) geplant. Ein Rechenzentrum, das aktuell in Hanau entsteht, gilt mit 180 Megawatt Leistung als eines der größten Europas.
Der Standort Groß-Gerau biete sich für ein weiteres Rechenzentrum an, sagt Vantage-Unternehmenssprecher Luca Kim. Er verweist auf den Internetknotenpunkt DE-Cix in Frankfurt, der das Rhein-Main-Gebiet zu einem Hotspot für Rechenzentren macht.
CDU: "Fatale Entscheidung"
Groß-Gerau hätte von dem Rechenzentrum profitieren können, glaubt Thomas Hlubek, der Fraktionsvorsitzende der örtlichen CDU. Er spricht von einer fatalen Entscheidung und einer verpassten Chance, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.
"Uns entgehen Millionen an Steuereinnahmen, uns entgeht ein guter Investor", führt Hlubek aus. Der Kommunalpolitiker fürchtet nach dem Nein der Stadtverordneten zu den Rechenzentrumsplänen einen Imageschaden für Groß-Gerau, was die zukünftige Ansiedlung von Unternehmen betrifft.
SPD: Vorteile für Groß-Gerau fraglich
Die Präsentation des Unternehmens zum Bau eines Rechenzentrums sei beeindruckend gewesen, räumt die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Theisen-Canibol ein. Einiges habe sich bei näherem Hinsehen aber als nicht umsetzbar in Groß-Gerau dargestellt. "Das Geschäftsmodell ist eines, bei dem andere eine sehr hohe Wertschöpfung erzielen, aber die Steuereinnahmen nicht in Groß-Gerau bleiben würden", ist sich die Kommunalpolitikerin sicher.
Ihre Bedenken bezüglich der Größe des Projekts und der Gebäude, der möglichen Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Stadtgesellschaft münden in die Sorge, dass das Rechenzentrum weniger Vor- als Nachteile für Groß-Gerau bringen würde. Das lasse für sie nur eine Entscheidung zu, betont Theisen-Canibol: "Wir verkaufen unsere Stadt Groß-Gerau nicht an einen milliardenschweren Investor."
Grüne: "David gegen Goliath"
Immer wieder schwingt in der Diskussion bei den Stadtverordneten die Sorge vor hohen Anwaltskosten mit, die eine städtebauliche Entwicklung gemeinsam mit Vantage Data Centers mit sich bringen könnte. Angesichts von Investitionen in Höhe mehrerer Milliarden Euro sagt Peter Lohmer, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, die Entscheidung überfordere ein Stadtparlament wie das in Groß-Gerau.
"Da stehen Menschen, die noch kleiner als David sind, gegenüber einem riesigen Goliath" beschreibt Lohmer das Gefühl. Er fragt: "Woher soll ich die fachliche Kompetenz dafür nehmen? Die rechtliche Kompetenz hätte vermutlich nicht einmal ein von der Kommune beauftragter Fachanwalt."
Investor betont Vorteile für Groß-Gerau
Luca Kim von Vantage Data Centers sieht indes in so einem Rechenzentrum große Chancen für Groß-Gerau. Er betonte schon vor der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, das Unternehmen sei gesprächsbereit, was die Höhe der fünf geplanten Gebäude betreffe.
Die Abwärme durch das Rechenzentrum sei längst nicht so stark wie in der politischen Debatte dargestellt, sagte Kim. Lediglich ein kleiner Teil der Abwärme der Kühlungsanlagen würde mit 35 Grad in die Luft abgegeben, ein großer Teil dagegen in einem geschlossenen Wasserkreislaufsystem verbleiben. Diesen könnte die Stadt auch für das kommunale Wärmenetz nutzen, warb Kim.
Anwohner finden Standort problematisch
Während Thomas Hlubek von der CDU genau darin eine Win-Win-Situation für die Stadt sieht, schätzt Susanne Theisen-Canibol von der SPD die Siedlungsstruktur in Groß-Gerau mit seinen Stadtteilen als wenig geeignet für eine kommunale Wärmenutzung ein.
Für Anwohner ist vor allem der Standort des Rechenzentrums problematisch. Es läge in einer Frischluftschneise und wäre stadtbildprägend, sagt etwa Wolfgang Zwer von der Bürgerinitiative Lausböhl: "Wir sind nicht per se gegen Rechenzentren, aber nicht in einer solchen Monstrosität."
Dass die Stadtverordneten das Vorhaben in Lausböhl nun abgelehnt haben, stimme ihn glücklich und zufrieden, sagt Zwer. Er kritisiert den langen Weg dahin. "Man hätte das nicht in letzter Minute auf Messers Schneide entscheiden müssen", findet er.
Kritik an Zeitplan des Investors
Zwers Nachbar Matthias Drodt stimmt zu: "Die Firma Vantage hätte viel früher auf uns, auf die Stadt und auf die Fraktionen zugehen können, nicht auf den letzten Drücker." Drodt glaubt auch, dass Vantage mit einer anderen Kommunikation ein anderes Abstimmungsergebnis in der Stadtverordnetenversammlung hätte erzielen können.
Vantage verweist in diesem Punkt darauf, dass man das Projekt seit drei Jahren verfolge und bereits im vergangenen Frühjahr öffentlich vorgestellt habe.
Investor will intern beraten
Nach dem Nein der Stadtverordneten zum geplanten Rechenzentrum will Vantage Data Centers die Entscheidung zunächst verarbeiten und die nächsten Schritte intern festlegen, teilt das Unternehmen auf hr-Nachfrage mit. Erst dann wolle man sich öffentlich zum Stopp des Rechenzentrums äußern.
Für Bürgermeister Jörg Rüddenklau dagegen sind die nächsten Schritte in Bezug auf die 14 Hektar große Fläche, die im Besitz von Vantage sei, klar: "Wir müssen ins Gespräch gehen und schauen, wie wir dieses Grundstück zum Wohle von Groß-Gerau entwickeln können."
Nordrhein-Westfalen: Drogenkonsum im öffentlichen Raum: Wie soll ich damit umgehen?

Eine Begegnung mit Suchtkranken im öffentlichem Raum empfinden viele als unangenehm. Aber ist sie auch gefährlich? Wir haben Experten gefragt, wie man Suchtkranken am besten begegnet. Welche Drogen werden da konsumiert - und was machen diese Drogen mit den Menschen?
Drogensüchtige brauchen Hilfe, das ist völlig klar. Doch wenn irgendwo eine neue Anlaufstelle entsteht, gibt es oft Streit und protestierende Anwohner. So will die Stadt Düsseldorf im Stadtteil Oberbilk eine neues Zentrum für Drogensüchtige einrichten mit Sozialarbeit, medizinischer Hilfe und sogar begrenztem Drogenhandel und -konsum in den Räumen und dem Innenhof.
Die Anwohner aber befürchten mehr Kriminalität und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Auch in Köln gibt es um eine Anlaufstelle Streit, auch dort protestieren Anwohner.
"Wir müssen verstehen, dass diese Leute krank sind"
Wenn sich Drogensüchtige im offenen Raum aufhalten, erzeugt das bei vielen Angstgefühle. "Es ist auch nachvollziehbar, dass man sich von jemandem, der intoxikiert ist, distanzieren möchte. Das ist ja bei Alkohol nicht anders. Da stellen Sie sich ja auch nicht zu den fünf Allerbesoffensten dazu. Das können wir also nicht verurteilen", sagt Ulrich Frischknecht von der Katholischen Hochschule NRW in Köln im Gespräch mit dem WDR.
"Die meisten denken sofort, wenn ein Konsumentenraum in der Umgebung entsteht: „Not in my backyard“. Wir müssen aber in die Köpfe reinbringen, dass diese Menschen mit Suchterkrankungen krank sind und Hilfe brauchen. Und dann sollten wir wie bei Krebserkrankungen stolz darauf sein, dass wir moderne Zentren haben, in denen diesen Menschen geholfen wird", so der Professor für Sucht und Persönlichkeitspsychologie.
Oft würden diese kranken Menschen durch Medienberichte stigmatisiert, kritisiert Daniel Deimel. "Da wird dann von Zombie- oder Horror-Drogen geschrieben. Aber das sind keine Zombies, es sind kranke Menschen, die Hilfe brauchen", so Deimel, der selbst lange Zeit Streetworker war und dann in die Forschung ging. Er hat eine Professur an der Technischen Hochschule Nürnberg.
Jeder Suchtkranke hat eine Geschichte
"Die meisten Menschen leiden unter einer chronischen Substanzgebrauchsstörung, sind also schon längere Zeit abhängig", sagt Deimel. Aber warum ist das so?
"Die meisten sind traumatisiert, haben jahrelange körperliche und psychische Vernachlässigungen hinter sich. Sie sind einer hohen Belastung ausgesetzt, leiden oft unter Depressivität, Psychosen und sozialer Benachteiligung. Sie fühlen, dass sie von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Sie erleben, dass sie ganz am Rand stehen. Viele nehmen die Drogen auch, um dieses Gefühl zu betäuben", erläutert Frischknecht.
Offene Drogenszene bleibt gleich groß - aber mehr Drogentote
Dabei nimmt die Zahl der Menschen in der offenen Drogenszene nicht unbedingt zu. Die Zahl von etwa 170.000 ist laut Deimel relativ konstant.
Warum aber steigt dann die Zahl der Drogentoten? 2023 wurde mit 2.227 Toten ein Höchstwert erreicht. Dies liege wohl an der enormen Zunahme des Kokain- und Crack-Konsums. "In Deutschland und Europa ist sehr viel Kokain auf dem Markt, daraus kann man Crack zubereiten", erklärt Deimel. "Dazu werden noch viele andere Substanzen konsumiert - und viele nehmen auch verschiedene Drogen in Kombination", ergänzt Frischknecht.
Crack wirkt anders als Heroin
Crack wirkt im Straßenbild wie eine Art Gamechanger. "Es ist Kokain, das durch einen chemischen Prozess eine intensivere, aber auch kurzlebigere Wirkung bekommt. Es ist recht leicht herzustellen und hat eine wahnsinnig starke, wenn auch kurze Wirkung. Cracksüchtige brauchen immer wieder Nachschub, in kurzen Abständen, es tritt keine Sättigung ein, sondern es entsteht eine Gier", erläutert Deimel, "bei Heroin waren die Konsumenten eher in sich gekehrt. Das ist nun anders". Crack ist mit Natron vermischtes, aufgekochtes Kokain, das mit einer Pfeife geraucht wird.
Stefan Lehmann, Streetworker in Köln, berichtet dem WDR von seinen Erfahrungen: "Die Menschen verwahrlosen sehr stark. Alles wird dem Konsum untergeordnet." Crack habe vieles verändert. "Crack hat eine andere Wirkungsweise. Der Konsum erzeugt eine hohe Aggressionsbereitschaft, die Menschen wirken getrieben", so Lehmann, der seit vielen Jahren mit Drogenkranken arbeitet.
Deimel berichtet zudem von einem "gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Leute haben keinen Appetit mehr, keinen Durst, sie sind ausgemergelt, erleiden Psychosen. Dazu gibt es vor allem in der Kölner Szene eine hohe Odachlosigkeitsquote unter den Konsumenten", so der Forscher. Dies sei ein Problem, das unbedingt angegangen werden müsse.
Welche Gefahren gehen von Suchtkranken aus - wie verhalte ich mich?
Aber sind die Suchtkranken gefährlich für die Bürger? Lehmann sieht kaum einen Anlass für Suchtkranke, auf Unbeteiligte loszugehen.
Stefan Lehmann, Streetworker aus Köln mit 30 Jahre langer Erfahrung
Lehmann empfiehlt bei Kontakt einen ruhigen Ton und spricht von einer "Frage der Haltung": "Wenn ich Menschen in ruhigem Ton anspreche oder ignoriere, dann geschieht mir nichts. Das ist aber eigentlich grundsätzlich so und hat nichts mit Drogenkonsum zu tun. Das ist zumindest meine Beobachtung aus 30 Jahren Erfahrung", sagt er.
Hinschauen, wenn ein Mensch hilflos scheint
Lehmann räumt aber ein, dass eine Situation auch eskalieren könne. "Auch wir im Drogenkonsumentenraum helfen gerne, versuchen zu deeskalieren und wenn das nicht geht, dann rufen wir eben die Polizei. Dafür ist sie da. Das gilt auch für Passanten auf der Straße. Wenn die Deeskalation nicht klappt, gehe ich aus der Situation raus", so der Experte.
Wenn ihr auf der Straße eine hilflose Person findet, dann empfiehlt Lehmann "hinzuschauen". "Schläft die Person und bewegt sich der Oberkörper ruhig mit der Atmung, dann sollte es okay sein. Wenn ich einen Menschen sehe, der gerade Drogen konsumiert, ist es besser, ihn nicht zu stören. Er hat eventuell Verlustängste, denn die Drogen sind teuer und in der Regel machen die das nicht zum ersten Mal“, so der Kölner Streetworker.
Im Zweifelsfall den Rettungswagen rufen
In anderen Fällen rät die Stadt Köln auf ihrer Internetseite: "Wenn Sie eine Person beobachten und das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, zum Beispiel bewegt sie sich nicht, ist in sich zusammengesunken, hat die Augen geschlossen, sprechen Sie die Person an, tippen Sie an oder rütteln sie vorsichtig." Im Zweifel sollte man den Rettungswagen rufen.
Die Begegnung mit suchtkranken Menschen auf der Straße mag unangenehm sein. Im Prinzip, da sind sich die Experten aber einig, interessieren sich die Suchtkranken nicht für die Passanten.
Doppelmoral: Experte kritisiert Bierduschen und Sport-Sponsoring
Suchtforscher Frischknecht kritisiert eine "regelrechte Bigotterie" beim gesellschaftlichen Umgang mit Drogen. "Suchtmittel werden verehrt, wenn zum Beispiel eine Meistermannschaft mit Bier oder Sekt übergossen wird. Oder wenn Sponsoren aus Milliardenindustrien bei einer WM oder bei Olympia werben. Da wird dann übersehen, dass es Menschen gibt, die nicht gut und eigenverantwortlich damit umgehen können", so Frischknecht.
In Deutschland komme man viel zu leicht an Drogen. "Und damit meine ich auch Einstiegsdrogen. Die meisten fangen ja nicht mit Heroin an", erläutert er.
Prof. Ulrich Frischknecht von der Katholischen Hochschule NRW
Frischknecht sieht da eine Doppelmoral. Wenn es ums Geschäft gehe, sehe der Staat gerne weg. "Die Menschen sind Opfer der Suchtmittel geworden, die Suchtmittel werden gefördert und verherrlicht, aber Suchtkranke werden stigmatisiert."
Unsere Quellen:
Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg: Zugbegleiter nach Angriff in Regionalexpress gestorben

Ein Zugbegleiter ist nach einem Angriff in einem Regionalexpress gestorben. Er war bei Kaiserslautern von einem Fahrgast bei einer Ticketkontrolle angegriffen worden. Gegen den Tatverdächtigen wurde Haftbefehl erlassen.
Seit Montagabend hatten Ärzte nach einem Angriff um das Leben des Zugbegleiters Serkan C. gekämpft. Jetzt ist er tot. Wie die Staatsanwaltschaft Zweibrücken mitteilt, wurde der 36-jährige Zugbegleiter durch Faustschläge gegen den Kopf schwer verletzt. Die Obduktion hat ergeben, dass Serkan C. an einer Hirnblutung gestorben ist.
Tatverdächtig ist ein Fahrgast. Laut Staatsanwaltschaft Zweibrücken handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Griechen, der in Luxemburg wohnt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun gegen ihn wegen Totschlags. Deswegen wurde gegen den 26 Jahre alten mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen.
Schweigeminute für toten Zugbegleiter aus Ludwigshafen
Nach dem tödlichen Angriff hatte die Gewerkschaft EVG außerdem zu einer Schweigeminute aufgerufen. Sie fand am Mittwoch 15 Uhr statt. "Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen. Heute steht die Eisenbahnerfamilie still", so der EVG-Vorsitzende Martin Burkert.
Ein Bahnsprecher teilte außerdem mit, dass der 36-Jährige seine "Home Base" in Mannheim hatte. Dort war er der Einsatzplanung des Mannheimer Hauptbahnhofs zugeordnet und startete in der Regel von dort zu seinen Diensten. Nach Angaben des Landes Rheinland-Pfalz hat der verstorbene Zugbegleiter in Ludwigshafen gelebt. "Unsere Gedanken sind bei der Familie, allen Angehörigen und den Freundinnen und Freunden des getöteten Bahnmitarbeiters", so Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD). Der Opferschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz werde der Familie Unterstützung anbieten.
Tat geschah offenbar kurz hinter Bahnhof Landstuhl
Was bisher von den Ermittlern zu dem Fall bekannt ist: Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn war am Montagabend in Richtung Homburg unterwegs. Nach Angaben der Polizei wurde der Zugbegleiter kurz nach dem Bahnhof Landstuhl (Kreis Kaiserslautern) in dieser Bahn angegriffen.
Offenbar hatte der 36-jährige Zugbegleiter den Tatverdächtigen nach seiner Fahrkarte gefragt. Der hatte aber keinen gültigen Fahrschein. Deshalb sollte der 26-jährige Mann den Zug verlassen. Stattdessen attackierte er den Zugbegleiter plötzlich. Ein Messer oder sonstige gefährliche Gegenstände sei laut Staatsanwaltschaft hierbei nicht eingesetzt worden. Der Zugbegleiter verlor das Bewusstsein.
Fahrgäste hatten Notruf gewählt
Der Mitarbeiter der Bahn musste nach dem Angriff im Zug wiederbelebt werden. Andere Fahrgäste hatten den Notruf gewählt und Erste Hilfe geleistet, bis der Rettungsdienst da war. Dann wurde der Bahnmitarbeiter in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er am Tag nach dem Angriffs. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen derzeit die Hintergründe der Tat und werten Videoaufnahmen aus.
Direkt nach dem Angriff hatte sich die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, in einem schriftlichen Statement geäußert. Der Kollege habe nur seinen Job gemacht und sei dabei auf brutalste Weise angegriffen worden. Sie bedankte sich auch bei einem Bundeswehrsoldaten, der im Zug erste Hilfe geleistet haben soll.
Offenbar immer mehr Übergriffe auf Mitarbeiter der Bahn
Palla schreibt außerdem, dass die Zahl von Übergriffen auf DB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigen würde. "Die Hemmschwelle für Gewalt in unserer Gesellschaft sinkt." Es müsse mehr zum Schutz der Bahn-Mitarbeiter getan werden.
Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich nach der Gewalttat im Kreis Kaiserslautern geäußert. In der Stellungnahme heißt es vom EVG-Vorsitzende Martin Burkert: Es sei jahrelang an der Sicherheit von Personal und Fahrgästen gespart worden. Auf vielen Zügen im Nahverkehr gebe es nur einen Zugbegleiter. Sicherheitspersonal fahre fast nie mit. Jetzt sehe man die Folgen und es müsse sich etwas ändern, so Burkert:
"Wir sind bestürzt und fassungslos. Vor allem sind wir aber wütend. Wir akzeptieren es nicht länger, dass man sich als Zugbegleiter in Lebensgefahr begibt, sobald man seine Schicht antritt."
Saarland: Zugbegleiter nach Angriff in Regionalexpress gestorben

Ein Zugbegleiter ist in Rheinland-Pfalz bei einer Ticketkontrolle angegriffen worden. Er wurde von dem Fahrgast lebensgefährlich verletzt. Jetzt ist der Bahn-Mitarbeiter gestorben.
Nach dem Angriff auf einen Zugbegleiter am Montag gibt es nun traurige Nachrichten: Der Mann, der bei einer Ticketkontrolle im Regionalexpress 4131 zwischen Landstuhl und Homburg attackiert wurde, ist nach Angaben der Deutschen Bahn und der Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Mittwochmorgen an seinen Verletzungen gestorben.
Am Abend teilte die Staatsanwaltschaft dann mit, dass der 36-Jährige „in Folge erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf an einer Hirnblutung“ gestorben sei. Das habe die vorläufige Obuktion ergeben.
Heftige Faustschläge gegen den Kopf
Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass der in Ludwigshafen lebende Zugbegleiter den Tatverdächtigen, einen 26 Jahre alten Griechen, am Montag gegen 17.30 Uhr im Zug kurz nach Verlassen des Bahnhofs Landstuhl kontrollierte.
Da der Mann keine Fahrkarte vorzeigen konnte, forderte ihn der Zugbegleiter auf, sich auszuweisen und anschließend den Zug zu verlassen. Hierauf griff der 26-Jährige laut Staatsanwaltschaft den Zugbegleiter mit mehreren heftigen Faustschlägen gegen den Kopf an. Ein Messer oder sonstige gefährliche Gegenstände wurden nicht eingesetzt.
Der 36-Jährige verlor das Bewusstsein. Nach einer Erstversorgung und Reanimation wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Totschlags gegen den 26-jährigen Verdächtigen.
Bahnchefin Palla: „Ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land“
„Der tragische Tod macht mich fassungslos und traurig“, schrieb Bahnchefin Evelyn Palla in einem Statement auf der Seite der Deutschen Bahn. Ihr tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen des Verstorbenen, seinen Freunden und seinen Kolleginnen und Kollegen.
„Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum kommt es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen? Wir, die Politik, die Gesellschaft, müssen Antworten geben“, forderte Palla.
Bestürzung auch in der Politik
„Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück“, teilten die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und ihr rheinland-pfälzischer Amtskollege Alexander Schweitzer (beide SPD) mit. Die Tat sei ein furchtbarer Ausdruck einer seit langem steigenden Aggressivität bis hin zur Gewalt gegenüber Zugbegleitern. Rehlinger und Schweitzer bedankten sich zudem bei den Fahrgästen, die Erste Hilfe geleistet haben.
Auch der Landesvorsitzende der CDU Saar, Stephan Toscani, zeigte sich erschüttert. Der 36-Jährige habe seine Arbeit gemacht und sei dafür auf brutalste Weise angegriffen worden. „Das ist unfassbar und inakzeptabel“, so Toscani. Zudem sprach er der Familie und den Angehörigen des Verstorbenen sein Beileid aus.
Passagiere wurden aufgerufen, sich an Schweigeminute zu beteiligen
Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten für 15.00 Uhr zu einer Schweigeminute aufgerufen. Unter anderem am Hauptbahnhof in Frankfurt verharrten Hunderte Bahnbedienstete mehrere Minuten lang schweigend in Gedenken an den getöteten Kollegen. Auch in Zügen wurde Passagiere um 15.00 Uhr aufgerufen, sich an der Gedenkminute zu beteiligen. „Ab morgen erhöhen wir noch mal den Druck“, schrieb die Gewerkschaft. „Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten.“ Die Politik müsse Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreifen.
Genaue Hintergründe unklar
Der 26-Jährige wurde festgenommen und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht bekannt.
Sachsen: Razzia bei sächsischem AfD-Abgeordneten Dornau

Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Jörg Dornau. Er soll ein Ausfuhrverbot nach Belarus umgangen und falsche Angaben gemacht haben. Der Landtag hat seine Immunität aufgehoben.
Im Sächsischen Landtag ist am Vormittag der AfD-Abgeordnete Jörg Dornau aus dem Plenarsaal geführt und von Beamten der Zollfahndung durchsucht worden. Zuvor hatte der Sächsische Landtag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Leipzig die Aufhebung der Immunität des Abgeordneten beschlossen. Grundlage sind laut der Ermittlungsbehörde Beschlüsse des Ermittlungsrichters am Amtsgericht Leipzig.
Auch seine Wohnung, Geschäftsräume und Autos wurden durchsucht, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig mitteilte. Räume des Sächsischen Landtags oder der Landtagsfraktionen waren demnach nicht betroffen.
Vorwurf: Falsches Bestimmungsland für Teleskoplader angegeben
Dornau soll im August 2022 bei einer Zollanmeldung für einen Teleskoplader als Bestimmungsland Kasachstan angegeben haben, obwohl das Fahrzeug tatsächlich nach Belarus ausgeführt worden sei. Damit soll ein geltendes Ausfuhr- bzw. Verkaufsverbot umgangen worden sein, das im Rahmen europäischer Sanktionsmaßnahmen gegen Belarus verhängt wurde.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft diente die falsche Angabe dazu, das tatsächliche Bestimmungsland zu verschleiern und die Lieferung über Transitländer zu ermöglichen. Umgehungsgeschäfte dieser Art sind nach dem Außenwirtschaftsgesetz in Verbindung mit den einschlägigen EU-Verordnungen verboten und strafbar.
AfD-Fraktionschef Jörg Urban äußerte im Plenum die Vermutung, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Dornau und die Hausdurchsuchung "politisch motiviert sind, um unseren Abgeordneten zu beschädigen". Dornau wurde wegen einer Stellungnahme angefragt, seine Antwort stand zunächst aus.
Dornau kassierte Ordnungsgeld wegen Belarus-Geschäften
Der AfD-Landtagsabgeordnete Jörg Dornau aus Rötha steht schon seit längerer Zeit wegen seiner Belarus-Geschäfte in der Kritik. Wegen seiner Zwiebelgeschäfte in Belarus musste er ein Ordnungsgeld zahlen. Das Präsidium des Sächsischen Landtags hatte es im August 2024 verhängt, weil der Politiker seine Beteiligung an einer Zwiebel- und Gemüsefarm in Belarus sowie daraus resultierende Einnahmen über dreieinhalb Jahre verschwiegen hatte. Das Verwaltungsgericht Leipzig wies die Klage Dornaus dagegen ab. Die knapp 21.000 Euro seien angemessen, heißt es in der Begründung.
Frühere Ermittlungen gegen Dornau eingestellt
Dornau stand auch im Verdacht, in seinem Agrarbetrieb in Belarus politische Gefangene beschäftigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete seinerzeit ein Ermittlungsverfahren ein. Bei einer umfassenden Prüfung sei "kein Anfangsverdacht hinsichtlich in Deutschland verfolgbarer Straftaten" festgestellt worden, teilte die Behörde später mit.
Sachsen-Anhalt: Rugby-Länderspiel im Paul-Greifzu-Stadion: Dessau sucht Helfer zum Schneeschippen

Eigentlich soll am 14. Februar das Rugby-EM-Spiel zwischen Deutschland und Portugal im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion stattfinden. Doch dort liegt aktuell noch eine zwölf Zentimeter hohe Schneedecke. Die Stadt sucht deshalb Freiweillige zum Schneeschippen.
In Dessau heißt es: Schnee schippen für Deutschland. Damit das geplante Rugby-Länderspiel Deutschland gegen Portugal am Sonnabend, den 14. Februar, stattfinden kann, werden jetzt freiwillige Helfer für den kommenden Sonnabend gesucht.
Rugby-Stadion in Dessau: Zwölf Zentimeter hohe Schneedecke
Denn im Paul-Greifzu-Stadion muss das Spielfeld freigeräumt werden. Derzeit ist das Grün mit einer zwölf Zentimeter hohen Schneedecke bedeckt und nicht bespielbar. "Der Platz hat insgesamt 7.000 Quadratmeter. Die Rasenfläche muss für das Länderspiel bespielbar sein", sagt Ralph Hirsch, Sportdirektor beim veranstaltenden Anhalt Sport e.V. "Jeder, der Lust und Zeit hat, kann herkommen und dann schippen wir den Schnee in zwei, drei Stunden runter."
Helfer gesucht: Schaufel oder Schneeschieber mitbringen
Das Schneeschippen beginnt am Sonnabend um 10 Uhr im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion. Es wird darum gebeten, eine Schaufel oder einen Schneeschieber mitzubringen. Ein Anreiz für alle Helfer: Sie erhalten eine Freikarte für das Rugby-Länderspiel.
Thüringen: Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Voigt

Die AfD im Thüringer Landtag will mit einem konstruktiven Misstrauensvotum Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) durch Björn Höcke ersetzen lassen. Hintergrund ist die Entziehung von Voigts Doktorwürde.
Was ist ein konstruktives Misstrauensvotum?
Durch ein konstruktives Misstrauensvotum kann der Landtag dem Ministerpräsidenten sein Misstrauen dadurch aussprechen, dass er einen Nachfolger wählt.
Dieses Verfahren ist im Artikel 73 der Landesverfassung geregelt.
Das konstruktive Misstrauensvotum ist ein Instrument, mit dem die gewählten Abgeordneten des Landtags die Landesregierung kontrollieren können.
Was bedeutet das konkret?
Das Parlament, also die gewählten Abgeordneten des Landtags, stimmen darüber ab, ob sie dem amtierenden Ministerpräsidenten noch vertrauen. Also ob sie ihn für glaubwürdig und redlich genug halten, sein Amt weiter auszuführen.
Was macht ein Ministerpräsident in Thüringen?
So steht es in der Landesverfassung:
Artikel 76
(1) Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und trägt dafür gegenüber dem Landtag die Verantwortung. Innerhalb dieser Richtlinien leiten und verantworten die Minister ihren Geschäftsbereich selbständig.
(2) Die Landesregierung beschließt insbesondere über die Abgrenzung der Geschäftsbereiche, die Einbringung von Gesetzentwürfen, den Abschluß von Staatsverträgen und die Stimmabgabe im Bundesrat. Sie entscheidet bei Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ministern
(3) Der Ministerpräsident führt den Vorsitz in der Landesregierung und leitet deren Geschäfte. Die Landesregierung gibt sich eine Geschäftsordnung
Artikel 77
(1) Der Ministerpräsident vertritt das Land nach außen. Er kann diese Befugnis übertragen.
(2) Staatsverträge bedürfen der Zustimmung des Landtags.
Artikel 78
(1) Der Ministerpräsident ernennt und entläßt die Beamten und die Richter des Landes, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.
(2) Er übt das Begnadigungsrecht aus.
(3) Er kann die Befugnisse nach den Absätzen 1 und 2 übertragen.
(4) Eine Amnestie bedarf eines Gesetzes.
Wer kann ein konstruktives Misstrauensvotum beantragen?
Den Antrag kann ein Fünftel der Abgeordneten oder eine Fraktion einbringen.
Wer hat den Antrag gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) eingebracht?
Die Thüringer AfD-Fraktion hatte das konstruktive Misstrauensvotum gegen Voigt beantragt, nachdem bekanntgeworden war, dass die Technische Universität Chemnitz dem 48-Jährigen die Doktorwürde entzieht.
Wen schlägt die AfD-Fraktion als Voigts Nachfolger vor?
Nachfolger Voigts, also neuer Ministerpräsident Thüringens, soll laut Antrag Thüringens AfD-Chef und AfD-Fraktionsvorsitzender Björn Höcke werden.
Was heißt das für Mario Voigt?
Mario Voigt wäre als Ministerpräsident abgewählt, wenn die Mehrzahl der Abgeordneten Björn Höcke wählt.
Wie viele Stimmen braucht Björn Höcke?
Höcke braucht die Mehrheit der Stimmen aller gewählten Abgeordneten, also mindestens 45 Stimmen. Eine Mehrheit der Parlamentarier, die zur Sitzung anwesend sind, reicht nicht.
Wie verteilen sich die Sitze im Landtag?
Im Parlament sitzen 88 Abgeordnete: 32 AfD-Abgeordnete, 23 CDU-Abgeordnete, 15 BSW-Abgeordnete, zwölf Linke-Abgeordnete und sechs SPD-Abgeordnete.
Die Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD hat 44 Stimmen, also genau die Hälfte aller Stimmen.
Wann wird gewählt?
Der Antrag soll am Mittwoch, 4. Februar, als erster Punkt der um 14.00 Uhr startenden regulären Landtagssitzung aufgerufen werden.
Was steht auf den Stimmzetteln?
Auf den Stimmzetteln steht der Name "Björn Höcke" und die Wahlmöglichkeiten "Ja" und "Nein" und "Enthaltung". Wird nichts angekreuzt, gilt der Stimmzettel als ungültig.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Höcke gewählt wird?
Sehr gering. Vermutlich bekommt er die Ja-Stimmen seiner Fraktion, also 32, wenn alle AfD-Abgeordneten anwesend sind. Die reichen aber nicht für eine absolute Mehrheit. Dafür bräuchte er mindestens 13 weitere Ja-Stimmen. Die müssten aus den Fraktionen der CDU, des BSW, der SPD oder der Linke kommen.
Diese wollen aber gegen Höcke stimmen. Das haben alle Fraktionen auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mitgeteilt.
Was sagen die Fraktionen im Landtag darüber hinaus zum AfD-Antrag?
MDR THÜRINGEN hat dazu bei den Landtags-Parteien nachgefragt.
Das sagt der Linke-Fraktionschef, Christian Schaft:
"Das, was diese Woche geschieht, ist nichts anderes, als dass die AfD das Parlament erneut für ihre Zwecke missbraucht und andere Themen, die relevant sind, dadurch in den Hintergrund gedrängt werden."
Die sagt der Fraktionschef der CDU, Andreas Bühl:
"Es steht der AfD zu, die Instrumente der Verfassung zu nutzen. Das angestrebte Misstrauensvotum ist aber kein Akt der Überzeugung durch die AfD, sondern ein Akt der reinen Inszenierung ihres Vorsitzenden." Höcke habe keine Mehrheit auf seiner Seite.
"Björn Höcke kann sich gern zur Wahl stellen. Dass er eine solche gewinnt, braucht er aber nicht zu erwarten."
Das sagt der Fraktionschef des BSW, Frank Augsten:
"Das ist wieder einmal ein leicht zu durchschauendes Manöver der AfD."
Das sagt der Fraktionschef der SPD, Lutz Liebscher:
"Der Antrag ist erneut das durchschaubare Spiel der AfD-Fraktion: Parlamentarische Instrumente einsetzen, um auf der Bühne des Landtags Verunglimpfungen, Hass und Hetze zu verbreiten."
Es sei vollkommen absurd, dass ausgerechnet Höcke den moralischen Zeigefinger schwinge, von Unredlichkeit spreche und sich obendrein noch zur Wahl des Ministerpräsidenten stelle – "er, ein rechtskräftig verurteilter Straftäter."
"Als Regierungsfraktionen lassen wir uns von diesem destruktiven Schauspiel nicht beeindrucken."
Was könnte bei der Wahl überraschen?
Auch wenn es am wahrscheinlichsten ist, dass die AfD-Fraktion geschlossen für Höcke stimmt und alle anderen Parlamentarier gegen ihn: Es handelt sich um eine geheime Wahl. Deshalb wären auch andere Szenarien denkbar. Beispielsweise, dass Björn Höcke nicht alle Stimmen aus seiner Fraktion bekommt. Oder dass nicht alle Abgeordneten der anderen Parteien gegen ihn stimmen.
Gab es in Thüringen schon öfter ein konstruktives Misstrauensvotum?
Seit die Verfassung des Freistaats Thüringen gilt, also seit Oktober 1993, nur einmal, nämlich im Jahr 2021. Auch damals hatte die Thüringer AfD-Fraktion ein Misstrauensvotum im Parlament losgetreten. Damit sollte der damalige Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) abgewählt werden. Höcke trat gegen ihn an und verlor deutlich.
Was ist noch interessant?
Fast auf den Tag genau vor sechs Jahren, am 5. Februar 2020, wurde der damalige FDP-Chef Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt. Diese Wahl erschütterte damals die gesamte Bundesrepublik politisch.
Die AfD-Fraktion hatte als Datum für das konstruktive Misstrauensvotum eben diesen Jahrestag vorgeschlagen: Donnerstag, den 5. Februar 2026.
Warum hat man sich dieses Verfahren überhaupt ausgedacht?
Damit es nicht zu politischem Chaos kommt. Das konstruktive Misstrauensvotum soll verhindern, dass man ein Regierungsoberhaupt abwählt, ohne zu wissen, wie es danach weitergeht.
Was gibt es zum Beispiel noch für Instrumente der Kontrolle der Regierung durch das Parlament?
Der Ministerpräsident kann beantragen, dass ihm das Parlament das Vertrauen ausspricht. In diesem Fall geht der Antrag also vom Ministerpräsidenten selbst aus. Wenn die Mehrheit der gewählten Abgeordneten dem Antrag nicht zustimmt, also dem Ministerpräsidenten das Vertrauen entzieht, ist dieser abgewählt. (Artikel 74 der Thüringer Verfassung)
In diesem Fall kommt es zur Neuwahl des Landtags, falls nicht innerhalb von drei Wochen nach dem Beschluss über den Vertrauensantrag ein neuer Ministerpräsident gewählt wurde. (Artikel 50 der Thüringer Verfassung)
Zu einer vorzeitigen Neuwahl kommt es auch dann, wenn der Landtag seine Auflösung mit Zweidrittelmehrheit auf Antrag von einem Drittel der Abgeordneten beschließt. (Artikel 50 der Thüringer Verfassung)
Hamburg: Senatsempfang für "Leben mit Behinderung Sozialeinrichtungen"

Der Hamburger Senat hat den Selbsthilfe-Verein "Leben mit Behinderung Sozialeinrichtungen" am Dienstag mit einem Empfang im Rathaus geehrt. Anlass ist sein 50-jähriges Bestehen.
Große Bühne für eine wichtige soziale Institution in Hamburg: Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) würdigte die Arbeit des Elternvereins und seiner vor 50 Jahren gegründeten Tochtergesellschaft. Eine inklusive Stadt gelinge nur dann, wenn Menschen mit Behinderungen konsequent mitentscheiden dürften und in die Mitte der Gesellschaft rückten, sagte die Senatorin. Der Senat ehrt wichtige Persönlichkeiten, Vereine und Institutionen regelmäßig mit Empfängen im Rathaus.
Pionierleistung auf dem Feld der Inklusion
"Leben mit Behinderung" ist einer der ältesten Selbsthilfe-Vereine von Eltern mit behinderten Kindern in Deutschland und einer der Pioniere auf dem Feld der Inklusion. Gegründet wurde er im Jahr 1956 von dem Journalisten Kurt Juster. Heute betreibt die Tochtergesellschaft "Leben mit Behinderung Sozialeinrichtungen" zahlreiche Tagesstätten und Wohngruppen in und um Hamburg, dazu Pflege- und Betreuungsdienste. Auch Bildungs- und Kulturarbeit gehört zu den Angeboten. 1.200 Beschäftigte hat das soziale Unternehmen - sein Leitbild ist es, Menschen mit Behinderungen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu stärken.
Mecklenburg-Vorpommern: Greifswald: Falsche Entsorgung von Altkleidern verursacht hohe Kosten

Immer wieder landen Säcke neben Containern – das sorgt nicht nur für Ärger, sondern auch für zusätzliche Arbeit und Kosten.
Die Stadt Greifswald (Landkreis Vorpommern-Greifswald) bittet ihre Bürger, Alttextilien korrekt zu entsorgen, um Kosten und illegales Ablegen zu vermeiden. Gut erhaltene Kleidung sollten Einwohner in Altkleidercontainer werfen oder direkt zu den Wertstoffhöfen bringen, größere Mengen ausschließlich dorthin. Stark beschädigte oder verschmutzte Kleidung gehört in den Restmüll. Die Stadt betont, Kleiderspenden seien keine Entsorgung. Laut Stadtverwaltung sorgen falsch abgestellte Säcke für zusätzliche Kosten und Aufwand. Auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald habe die Annahmemöglichkeiten auf seinen Wertstoffhöfen erweitert.
Niedersachsen: Glatteis in Niedersachsen: Erneut Schulausfall am Donnerstag

Nach den vielen wetterbedingten Schulausfällen in Niedersachsen am Mittwoch haben erste Landkreise für Donnerstag erneut Unterrichtsausfall angekündigt.
Witterungsbedingt soll in einigen Landkreisen erneut der Präsenzunterricht ausfallen. Hintergrund seien unter anderem anhaltende Glätte, erneute Niederschläge in den Morgenstunden und zu erwartende erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr sowie im Straßenverkehr, heißt es von den betroffenen Landkreisen. Auch die aktuellen Warnstreiks bei den Landesbediensteten werden als Hintergrund genannt. Stand Mittwochabend, 19 Uhr, sind laut Übersichtskarte der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) Niedersachsen und der Warn-App KATWARN folgende kreisfreie Städte und Landkreise betroffen:
- Landkreis Ammerland: Der Präsenzunterricht fällt aus. Der Unterricht der BBS erfolgt im Homeschooling.
- Landkreis Aurich: An den allgemeinbildenden Schulen fällt der Präsenzunterricht aus. An allen berufsbildenden Schulen findet Distanzunterricht statt.
- Landkreis Cloppenburg: Der Präsenzunterricht entfällt. An den berufsbildenden Schulen findet Distanzunterricht statt.
- Landkreis Diepholz: Witterungsbedingt entfällt der Unterricht. An den berufsbildenden Schulen Syke und dem BBZ Dr. Jürgen Ulderup in Diepholz und Sulingen findet Distanzunterricht statt.
- Landkreis Friesland: Der Präsenzunterricht fällt für alle Schülerinnen und Schüler der allgemein- und berufsbildenden Schulen auf dem Festland aus. Ob stattdessen Distanzunterricht angeboten wird, entscheidet jede Schule eigenständig. Die Insel Wangerooge ist vom Ausfall nicht betroffen.
- Landkreis Oldenburg: Der Präsenzunterricht entfällt. Die BBS Wildeshausen geht in den Distanzunterricht. Eine Schülerbeförderung gibt es nicht.
- Stadt Oldenburg: An der Graf-Anton-Günther-Schule fällt der Unterricht aus.
- Landkreis Vechta: Der Präsenzunterricht fällt aus.
- Landkreis Wesermarsch: Der Präsenzunterricht fällt aus. Berufsbildende Schulen gehen in den Distanzunterricht.
Eltern können bei Extremwetter selbst entscheiden
Auch ohne einen vom Landkreis angekündigten Ausfall des Präsenzunterrichts können Erziehungsberechtigte von Schülerinnen und Schülern der 1. bis 10. Klasse ihre Kinder zu Hause behalten, wenn sie auf dem Schulweg eine unzumutbare Gefährdung aufgrund extremer Witterungsverhältnisse fürchten. Darauf wies das niedersächsische Kultusministerium hin.
Schleswig-Holstein: Unfall mit Lastwagen: A1 bei Stapelfeld wieder frei

Wegen eines Unfall zwischen Stapelfeld und Barsbüttel war die Autobahn lange gesperrt. Ein Pkw und ein Sattelzug waren kollidiert.
Nach einem Unfall auf der A1 zwischen Stapelfeld und Barsbüttel (beide Kreis Stormarn) ist die Autobahn nach stundenlanger Sperrung am Abend wieder freigegeben worden. Der Verkehr staute sich dort am Nachmittag auf einer Länge von mehreren Kilometern.
Nach ersten Erkenntnissen hatte am Vormittag der 53-jährige Fahrer eines Sattelzuges bei extremer Straßenglätte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war auf einen vor ihm fahrenden Pkw aufgefahren. Beide Fahrzeuge gerieten nach rechts und kollidierten mit der Außenschutzplanke, wobei die Sattelzugmaschine diese durchbrach und erst auf dem Grünstreifen zum Stehen kam. Der 57 Jahre alte Fahrer des Pkw wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

